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Dackel (Dachshund)

Dackel (Dachshund)

Herkunft: Deutschland

Mutiger, eigenwilliger Jagdhund mit langem Körper und charakterstarkem Wesen.

Steckbrief

Größe

Klein

17-27 cm

Gewicht

7-15 kg

Lebenserwartung

12-16 Jahre

Aktivitätslevel

Moderat

Familienfreundlichkeit

Gut geeignet

Felltyp

Kurzhaar

Haarung

Mittel

Dackel: Klein, mutig und voller Charakter

Der Dackel - auch liebevoll Teckel oder Dachshund genannt - ist eine der bekanntesten und beliebtesten Hunderassen Deutschlands. Mit seinen kurzen Beinen, dem langen Körper und seinem unverwechselbaren Blick hat er sich weltweit eine riesige Fangemeinde erobert. Doch hinter dem niedlichen Äußeren verbirgt sich ein selbstbewusster, mutiger und manchmal erstaunlich sturer Jagdhund, der seinen Besitzern sowohl große Freude als auch die ein oder andere Herausforderung beschert.

In diesem ausführlichen Rasseportrait erfährst du alles, was du über den Dackel wissen musst - von seiner Größe und seinem Temperament über Fellpflege und Trainierbarkeit bis hin zu Gesundheitsaspekten und spezifischen Bedürfnissen.

Größe und Erscheinung: Lang, niedrig und unverwechselbar

Der Dackel ist ein kleiner, langgestreckter Hund mit einem kräftigen Brustkorb und kurzen, muskulösen Beinen. Sein einzigartiger Körperbau ist kein Zufall - er wurde gezielt für die Jagd unter der Erde gezüchtet, um in Dachs- und Fuchsbauten eindringen zu können.

Rassestandard

  • Schulterhöhe: 17-27 cm (je nach Variante)
  • Gewicht: 7-15 kg (Standarddackel), 4-8 kg (Zwergdackel), unter 3,5 kg (Kaninchendackel)
  • Körperbau: Lang und niedrig, muskulös, mit tiefem Brustkorb
  • Brustumfang: Über 35 cm (Standard), 30-35 cm (Zwerg), unter 30 cm (Kaninchen)
  • Rute: In Verlängerung der Rückenlinie getragen, leicht gebogen

Die drei Größenvarianten

Der Dackel ist die einzige Hunderasse, die in drei offiziellen Größenvarianten vorkommt:

  • Standarddackel (Normaldackel): Der größte Vertreter mit einem Brustumfang über 35 cm
  • Zwergdackel (Zwergteckel): Mittelgroße Variante mit 30-35 cm Brustumfang
  • Kaninchendackel (Kaninchenteckel): Die kleinste Variante mit unter 30 cm Brustumfang

Fellfarben

Der Dackel kommt in einer beeindruckenden Vielfalt an Farben und Zeichnungen vor:

  • Einfarbig: Rot, Rotgelb, Gelb - jeweils mit oder ohne schwarze Stichelung
  • Zweifarbig: Schwarz-Rot (am häufigsten), Braun-Rot, Schwarz-Gelb
  • Gestromt: Dunkle Streifen auf hellerem Grund
  • Gefleckt (Tigerdackel): Dunkle Flecken auf hellem Grund - eine besonders auffällige Variante

Temperament und Wesen: Groß im kleinen Körper

Der Dackel hat eine Persönlichkeit, die weit über seine Körpergröße hinausgeht. Sein Charakter ist eine faszinierende Mischung aus Mut, Eigensinn und Anhänglichkeit:

  • Mutig und selbstbewusst: Der Dackel kennt keine Angst - er wurde gezüchtet, um es im Bau mit Dachsen und Füchsen aufzunehmen, die ein Vielfaches seiner Größe haben
  • Eigenwillig und dickköpfig: Der Dackel entscheidet gerne selbst, was er tun möchte - und was nicht. Diese Eigenständigkeit macht ihn charmant, aber auch anspruchsvoll in der Erziehung
  • Anhänglich und treu: Trotz seiner Eigenständigkeit ist der Dackel ein treuer Begleiter, der eine enge Bindung zu seiner Bezugsperson aufbaut
  • Wachsam und stimmfreudig: Der Dackel meldet zuverlässig jeden Besucher und jedes ungewöhnliche Geräusch - sein Bellen ist überraschend tief und laut für seine Größe
  • Intelligent und listig: Er ist ein kluger Hund, der schnell lernt - allerdings vor allem das, was ihm nützt
  • Humorvoll: Dackelbesitzer berichten immer wieder von den amüsanten Eigenheiten ihrer Hunde - der Dackel hat durchaus Sinn für Humor

Ein wichtiger Aspekt: Der Dackel ist ein Jagdhund mit ausgeprägtem Selbstbewusstsein. Er neigt dazu, sich selbst als deutlich größer einzuschätzen, als er tatsächlich ist. Das kann in Begegnungen mit größeren Hunden zu Konfliktsituationen führen, wenn er sich aufplustert und provoziert. Eine gute Sozialisierung im Welpenalter ist daher besonders wichtig.

Aktivitätslevel: Überraschend ausdauernd

Bewegungsbedarf

Der Dackel hat ein mittleres Aktivitätslevel, das oft unterschätzt wird. Trotz seiner kurzen Beine ist er ein ausdauernder kleiner Hund, der sich gerne und viel bewegt.

  • Täglicher Auslauf: Mindestens 1-1,5 Stunden, aufgeteilt auf mehrere Spaziergänge
  • Ideale Aktivitäten: Abwechslungsreiche Spaziergänge, Schnüffelarbeit, Suchspiele, kurze Wanderungen
  • Geistige Beschäftigung: Nasenarbeit und Denkspiele - täglich mindestens 15-20 Minuten

Geeignete Beschäftigungen

Der Dackel braucht sowohl körperliche als auch geistige Auslastung:

  • Nasenarbeit: Der Dackel hat eine exzellente Nase - Fährtenarbeit und Suchspiele sind ideal
  • Buddeln: Seinem natürlichen Instinkt nachgehen dürfen - eine Buddelecke im Garten wird begeistert angenommen
  • Schnüffelspiele: Leckerli verstecken, Futterbeutel suchen, Schnüffelteppiche erkunden
  • Spaziergänge in der Natur: Wald und Wiesen sind sein Revier - hier kann er schnüffeln und erkunden
  • Intelligenzspielzeug: Denkspiele und Futterpuzzles fordern seinen cleveren Kopf
  • Mantrailing: Personensuche - eine tolle Beschäftigung für die Dackelnase

Wichtig: Treppensteigen und Springen sollten beim Dackel auf ein Minimum reduziert werden. Sein langer Rücken ist anfällig für Bandscheibenprobleme, und Belastungen durch Treppen, hohe Sprünge (z. B. aufs Sofa) oder steile Anstiege können diese begünstigen. Rampen für Sofa und Auto sind eine sinnvolle Investition.

Familienfreundlichkeit: Ein guter Begleiter mit Eigenheiten

Der Dackel ist ein guter Familienhund, der jedoch einige Besonderheiten mitbringt, die Familien kennen sollten.

Kinder und Dackel

  • Loyal und verschmust: Der Dackel baut eine enge Bindung zu allen Familienmitgliedern auf und genießt gemeinsame Kuschelstunden
  • Grenzen setzen: Er akzeptiert keine Grobheiten - Kinder müssen lernen, respektvoll mit ihm umzugehen
  • Nicht für Kleinkinder ideal: Sein empfindlicher Rücken macht ihn anfällig für Verletzungen durch unvorsichtiges Hochheben oder Tragen
  • Toller Spielkamerad für ältere Kinder: Ab dem Schulalter können Kinder aktiv in die Beschäftigung und Pflege eingebunden werden

Zusammenleben mit anderen Haustieren

  • Andere Dackel: Viele Dackel lieben die Gesellschaft von Artgenossen - ein Dackel-Duo ist oft eine besonders harmonische Kombination
  • Größere Hunde: Hier ist Vorsicht geboten - der Dackel neigt dazu, größere Hunde herauszufordern, was zu Konflikten führen kann
  • Katzen: Bei früher Sozialisierung ist ein harmonisches Zusammenleben möglich, aber der Jagdtrieb kann Probleme verursachen
  • Kleintiere: Vorsicht bei Kaninchen und Meerschweinchen - der Jagdinstinkt ist tief verankert

Für wen ist der Dackel besonders geeignet?

  • Aktive Einzelpersonen und Paare: Die einen treuen, charakterstarken Begleiter suchen
  • Familien mit älteren Kindern: Die den respektvollen Umgang mit Tieren beherrschen
  • Senioren: Der Dackel ist ein anpassungsfähiger Begleiter, der auch mit moderater Bewegung zufrieden sein kann
  • Hundeerfahrene Menschen: Die mit seiner Eigenständigkeit umgehen können
  • Menschen mit Garten: Ein eingezäunter Garten ist ein großes Plus für den Buddel-Enthusiasten

Weniger geeignet für

  • Familien mit Kleinkindern: Der empfindliche Rücken und seine geringe Toleranz gegenüber Grobheiten machen ihn hier zur riskanten Wahl
  • Sportlich ambitionierte Hundehalter: Joggen und Radfahren sind für den Dackel aufgrund seines Körperbaus nicht ideal
  • Menschen, die einen lautlosen Hund suchen: Der Dackel ist stimmfreudig und meldet zuverlässig
  • Hundeanfänger ohne Unterstützung: Seine Sturheit erfordert Erfahrung oder professionelle Hilfe

Felltyp und Fellpflege: Drei Varianten, drei Pflegeroutinen

Die drei Fellvarianten

Der Dackel ist eine der wenigen Rassen, die in drei verschiedenen Felltypen vorkommt - jede mit ihrem eigenen Charme und Pflegebedarf:

1. Kurzhaardackel

  • Glattes, dichtes, glänzendes Fell
  • Eng anliegend und wetterfest
  • Der pflegeleichteste der drei Varianten
  • Haart moderat, besonders beim Fellwechsel

2. Langhaardackel

  • Weiches, glattes bis leicht welliges Fell mit Unterwolle
  • Schöne Befederung an Ohren, Brust, Bauch und Rute
  • Elegante Erscheinung, die an einen Setter erinnert
  • Gilt oft als sanftmütiger im Temperament als die anderen Varianten

3. Rauhaardackel

  • Drahtiges, dichtes Fell mit markanter Gesichtsbehaarung (Bart und Augenbrauen)
  • Robuste Unterwolle
  • Wetterfester als die anderen Varianten
  • Gilt als besonders lebhaft und jagdlich ambitioniert

Fellpflege-Routine

Kurzhaardackel (minimal - 1-2 Mal pro Woche)

  • Mit einem Gummistriegel oder einer weichen Bürste das lose Fell entfernen
  • Während des Fellwechsels häufiger bürsten
  • Baden nur bei Bedarf mit mildem Hundeshampoo

Langhaardackel (regelmäßig - 3-4 Mal pro Woche)

  • Gründliches Bürsten mit einer Langhaarbürste, um Verfilzungen zu vermeiden
  • Besondere Aufmerksamkeit für die Befederung an Ohren, Bauch und Beinen
  • Regelmäßiges Kämmen mit einem grobzinkigen Kamm
  • Nach Spaziergängen Kletten und Schmutz entfernen

Rauhaardackel (speziell - regelmäßiges Trimmen nötig)

  • Alle 3-4 Monate professionell trimmen (nicht scheren!)
  • Wöchentliches Bürsten mit einer Drahtbürste
  • Bart und Augenbrauen regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf kürzen
  • Das Trimmen erhält die Fellstruktur und die natürliche Schutzfunktion

Für alle Varianten gilt zusätzlich:

  • Ohrenpflege: Wöchentlich kontrollieren - die hängenden Ohren begünstigen Entzündungen
  • Zahnpflege: Regelmäßiges Zähneputzen oder Kauartikel anbieten
  • Krallenpflege: Alle 2-4 Wochen Krallen kürzen, da sie sich bei kurzen Beinen oft nicht ausreichend abnutzen
  • Pfotenpflege: Besonders zwischen den Zehen auf Fremdkörper und Rötungen achten

Tipp: Gewöhne deinen Dackel von Welpenalter an die Pflegeroutine. Besonders das Trimmen beim Rauhaardackel sollte früh eingeführt werden, damit es für den Hund zur Normalität wird.

Trainierbarkeit: Charmante Sturheit trifft auf Cleverness

Die Wahrheit über das Dackel-Training

Wer einen Dackel erzieht, braucht vor allem eines: Humor und Geduld. Der Dackel ist keineswegs dumm - ganz im Gegenteil. Er ist hochintelligent und lernfähig. Sein "Problem" ist, dass er bei jedem Kommando zunächst abwägt, ob es sich für ihn lohnt, zu gehorchen.

  • Eigenwillig: Der Dackel wurde für selbstständiges Arbeiten im Bau gezüchtet - dort konnte ihm kein Jäger Anweisungen geben. Diese Eigenständigkeit ist tief in seinem Wesen verankert
  • Cleverer Verhandler: Er testet Grenzen aus und merkt sich genau, wann er damit durchkommt
  • Futtermotiviert: Über den Magen erreicht man den Dackel am besten - hochwertige Leckerli sind der Schlüssel
  • Sensibel unter der harten Schale: Trotz seines selbstbewussten Auftretens reagiert der Dackel empfindlich auf Härte und Ungerechtigkeit

Trainingstipps für Dackel-Besitzer

  1. Positive Verstärkung ist Pflicht: Belohne erwünschtes Verhalten sofort und großzügig - Leckerli, Lob und Spiel
  2. Kurze, abwechslungsreiche Einheiten: Maximal 5-10 Minuten am Stück, dafür mehrmals täglich - Langeweile ist der größte Feind des Trainings
  3. Konsequenz ohne Härte: Klare Regeln, die immer gelten - aber immer freundlich und geduldig durchgesetzt
  4. Seinen Jagdtrieb nutzen: Suchspiele und Nasenarbeit als Belohnung einsetzen
  5. Rückruf früh und intensiv üben: Der Jagdtrieb kann den Rückruf erschweren - beginne in ablenkungsarmer Umgebung
  6. Sozialisierung priorisieren: Vom Welpenalter an positive Kontakte mit verschiedenen Hunden, Menschen und Situationen schaffen
  7. Nie die Geduld verlieren: Fortschritte kommen in kleinen Schritten - und manchmal gibt der Dackel dir das Gefühl, er hätte alles vergessen, nur um dich zu testen

Häufige Herausforderungen

  • Sturheit: Der Dackel hört dich - er entscheidet sich nur manchmal bewusst dagegen zu gehorchen
  • Bellen: Als wachsamer Jagdhund meldet er zuverlässig - Anti-Bell-Training erfordert viel Geduld und Konsequenz
  • Jagdtrieb: In Wald und Feld kann sein Jagdinstinkt alles andere überlagern - eine Schleppleine ist oft ratsam
  • Ressourcenverteidigung: Manche Dackel neigen dazu, Futter, Spielzeug oder ihren Liegeplatz zu verteidigen - frühes Training ist hier entscheidend
  • Hochspringen und Treppensteigen: Ihm das Hochspringen abzugewöhnen und ihn an Rampen zu gewöhnen, erfordert Konsequenz

Gesundheitsaspekte: Worauf du achten solltest

Lebenserwartung

  • Durchschnitt: 12-16 Jahre
  • Bei guter Pflege: Viele Dackel werden 14-15 Jahre alt
  • Langlebige Rasse: Einzelne Dackel erreichen sogar 17-20 Jahre - der Dackel gehört zu den langlebigsten Hunderassen überhaupt

Der Dackel ist im Grunde ein robuster und widerstandsfähiger Hund, hat aber aufgrund seines speziellen Körperbaus einige rassetypische Gesundheitsrisiken.

Rassetypische Erkrankungen

Häufig

  • Dackellähme (Bandscheibenvorfall / IVDD): Das größte Gesundheitsrisiko des Dackels. Durch seinen langen Rücken und die kurzen Beine sind die Bandscheiben stark belastet. Symptome reichen von Schmerzen über Bewegungseinschränkungen bis hin zur Lähmung der Hinterbeine. Vorbeugung durch Gewichtskontrolle, Vermeidung von Treppen und Sprüngen sowie Rückenmuskulatur-Aufbau ist essenziell
  • Übergewicht: Der Dackel neigt zu Gewichtszunahme, die seine Rückenprobleme massiv verschlimmert - Gewichtskontrolle ist das A und O
  • Patellaluxation: Verschiebung der Kniescheibe, besonders bei kleineren Varianten

Gelegentlich

  • Progressive Retinaatrophie (PRA): Fortschreitende Degeneration der Netzhaut, die zur Erblindung führen kann
  • Ohrenentzündungen (Otitis): Die hängenden Ohren begünstigen Infektionen
  • Zahnprobleme: Besonders bei kleineren Varianten können Zahnstein und Zahnfleischerkrankungen auftreten
  • Cushing-Syndrom: Überproduktion von Cortisol, kommt bei älteren Dackeln gelegentlich vor
  • Herzerkrankungen: Klappenerkrankungen können im Alter auftreten
  • Acanthosis nigricans: Eine Hauterkrankung mit dunkler Verfärbung, die fast ausschließlich beim Dackel vorkommt

Gesundheitsvorsorge

  • Rückenschutz hat oberste Priorität: Rampen statt Treppen, kein Springen von Möbeln, kein Treppensteigen - diese Regeln gelten ein Dackel-Leben lang
  • Gewichtskontrolle: Rippen müssen tastbar sein, die Taille von oben sichtbar. Jedes überflüssige Gramm belastet den Rücken
  • Muskelaufbau: Schwimmen und kontrollierte Bewegung stärken die Rückenmuskulatur und beugen Bandscheibenproblemen vor
  • Züchterauswahl: Nur bei seriösen Züchtern kaufen, die auf IVDD-Veranlagung, PRA und Patellaluxation testen
  • Regelmäßige Tierarztbesuche: Mindestens einmal jährlich zur Vorsorge, ab 8 Jahren halbjährlich
  • Zahnkontrolle: Regelmäßige Zahnpflege, besonders bei Zwerg- und Kaninchendackeln
  • Rückenkontrolle: Bei ersten Anzeichen von Schmerzen, steifem Gang oder Berührungsempfindlichkeit sofort zum Tierarzt

Spezifische Bedürfnisse: Das braucht dein Dackel

Ernährung

  • Strenge Gewichtskontrolle: Übergewicht ist der größte Feind des Dackel-Rückens - Futter exakt portionieren
  • Hochwertiges Futter: Proteinreich und ausgewogen, angepasst an Größe, Alter und Aktivitätslevel
  • Kalzium und Glucosamin: Unterstützen Knochen und Gelenke - nach Rücksprache mit dem Tierarzt ergänzen
  • Leckerli einrechnen: Trainingsbelohnungen von der Tagesration abziehen
  • Mehrere kleine Mahlzeiten: 2-3 Mahlzeiten pro Tag sind besser als eine große - entlastet die Verdauung
  • Kein Futter vom Tisch: Konsequent durchhalten, auch wenn der Dackelblick noch so unwiderstehlich ist

Soziale Bedürfnisse

Der Dackel ist ein loyaler Begleithund mit folgenden sozialen Bedürfnissen:

  • Bezugsperson: Er bindet sich oft besonders eng an eine Person, liebt aber die ganze Familie
  • Familienanschluss: Möchte überall dabei sein und nicht ausgeschlossen werden
  • Alleinbleiben trainieren: Kann gelernt werden, sollte aber 4-5 Stunden nicht überschreiten
  • Hundekontakte: Regelmäßige, positive Begegnungen mit gut sozialisierten Hunden sind wichtig
  • Kuscheln: Der Dackel ist ein begeisterter Kuschler, der sich am liebsten unter der Decke vergräbt

Wohnsituation

  • Wohnungshaltung möglich: Der Dackel passt dank seiner Größe gut in eine Wohnung - wenn der Bewegungsbedarf gedeckt wird
  • Haus mit Garten ideal: Aber Achtung - der Garten muss sicher eingezäunt sein, da der Dackel ein begeisterter Buddelkünstler ist und sich unter Zäunen durchgraben kann
  • Treppen vermeiden: Idealerweise Erdgeschoss oder mit Aufzug - Treppen belasten den Rücken
  • Nachbarn informieren: Sein Bellen kann laut und ausdauernd sein
  • Wetterfeste Kleidung: Besonders Kurzhaardackel können im Winter einen Hundemantel gebrauchen

Kosten im Überblick

  • Anschaffung (seriöser Züchter): 1.000-2.500 Euro (je nach Variante und Abstammung)
  • Futter: 40-70 Euro/Monat
  • Tierarzt (Vorsorge): 200-400 Euro/Jahr
  • Versicherung: 20-50 Euro/Monat (OP-Versicherung besonders empfehlenswert wegen Rückenrisiko)
  • Hundeschule/Training: 50-100 Euro/Monat (im ersten Jahr dringend empfohlen)
  • Zubehör: Rampen, Geschirr, Schnüffelspielzeug, ggf. Hundemantel - ca. 200-400 Euro Erstausstattung
  • Trimmen (nur Rauhaardackel): 50-80 Euro pro Termin, 3-4 Mal jährlich

Dackel aus dem Tierschutz

Auch im Tierschutz suchen Dackel und Dackel-Mischlinge liebevolle Zuhause. Tierschutz-Dackel können aus verschiedenen Gründen abgegeben worden sein - Überforderung mit dem Charakter, veränderte Lebenssituation der Vorbesitzer oder gesundheitliche Probleme.

Wenn du einen Dackel aus dem Tierschutz adoptierst, beachte:

  • Rückencheck: Lass den Hund tierärztlich auf Bandscheibenprobleme untersuchen
  • Verhaltensbewertung: Viele Tierschutz-Dackel haben Eigenheiten, die Geduld und Verständnis erfordern
  • Eingewöhnung: Gib dem Dackel Zeit, sich an sein neues Zuhause zu gewöhnen - er kann anfangs misstrauisch sein

Die Vermittlung über den Tierschutz kostet eine Schutzgebühr von 200-400 Euro. Vereine wie "Dackel in Not" oder regionale Tierschutzvereine vermitteln gezielt Dackel.

Geschichte des Dackels: Vom Baujäger zum Kulturgut

Der Dackel hat eine reiche Geschichte, die eng mit der deutschen Jagdtradition verknüpft ist:

  • Ursprung: Deutschland, erste bildliche Darstellungen bereits im 15. Jahrhundert
  • Name: "Dachshund" - wörtlich "Dachs-Hund", gezüchtet für die Jagd auf den Dachs im Bau
  • Verwendung: Baujagd auf Dachs und Fuchs, Stöberarbeit im Dickicht, Schweißarbeit (Nachsuche auf verletztes Wild)
  • Zuchtgeschichte: Ab dem 19. Jahrhundert gezielte Reinzucht, 1888 Gründung des Deutschen Teckelklubs (DTK) - einer der ältesten Rassehundevereine der Welt
  • Olympia-Maskottchen: 1972 war der Dackel "Waldi" das offizielle Maskottchen der Olympischen Spiele in München
  • Kulturelles Symbol: Der Dackel gilt als "typisch deutsch" und ist in Kunst, Literatur und Popkultur fest verankert
  • Dackel-Parade: In vielen Städten weltweit finden jährlich Dackel-Paraden statt, die größte in Melbourne und New York

Heute ist der Dackel nach wie vor einer der beliebtesten Hunde Deutschlands und weltweit. Er wird sowohl als Familienhund als auch weiterhin als Jagdhund geführt.

Fazit: Ist der Dackel der richtige Hund für dich?

Der Dackel ist ein einzigartiger, charakterstarker und unglaublich loyaler Hund, der mit seiner Persönlichkeit jeden Tag bereichert. Er ist mutig, intelligent und hat einen unvergleichlichen Charme, der seine Besitzer immer wieder zum Lachen bringt.

Der Dackel passt zu dir, wenn du:

  • Einen charakterstarken, eigenständigen Hund mit Persönlichkeit suchst
  • Humor und Geduld für seine charmante Sturheit mitbringst
  • Bereit bist, konsequent aber liebevoll an der Erziehung zu arbeiten
  • Seinen Rücken schützen kannst und willst (keine Treppen, Rampen bereitstellst)
  • Einen treuen, verschmusten Begleiter möchtest, der dein Leben bunt macht

Der Dackel passt weniger zu dir, wenn du:

  • Einen Hund suchst, der sofort und bedingungslos gehorcht
  • Einen sportlichen Jogging- oder Fahrradbegleithund brauchst
  • In einer hellhörigen Wohnung lebst und sein Bellen problematisch wäre
  • Familien mit sehr kleinen Kindern, die den vorsichtigen Umgang noch nicht beherrschen
  • Dir keine Gedanken über Rückengesundheit und Gewichtskontrolle machen möchtest

Eines ist sicher: Wer einmal einen Dackel hatte, wird von dieser Rasse nicht mehr loskommen. Sein mutiges Herz, sein verschmitzter Blick und seine bedingungslose Treue machen ihn zu einem Hund, der sein Herrchen oder Frauchen für immer erobert. Wie das Sprichwort sagt: "Ein Dackel ist kein Hund - ein Dackel ist ein Dackel."

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