
Siberian Husky
Herkunft: Russland (Sibirien)
Ausdauernder Schlittenhund mit wolfsähnlichem Aussehen und unabhängigem Charakter.
Steckbrief
Größe
Mittel
50-60 cm
Gewicht
16-27 kg
Lebenserwartung
12-14 Jahre
Aktivitätslevel
Sehr aktivFamilienfreundlichkeit
Gut geeignetFelltyp
Doppelfell / Unterwolle
Haarung
VielSiberian Husky: Der Wolf, der keiner ist
Der Siberian Husky fasziniert mit seinem wolfsähnlichen Aussehen, den durchdringenden blauen Augen und seinem unabhängigen Wesen. Kaum eine Hunderasse weckt so viel Bewunderung auf der Straße wie dieser elegante Schlittenhund aus Sibirien. Doch hinter dem atemberaubenden Äußeren steckt ein Hund mit ganz besonderen Ansprüchen, der sich grundlegend von den meisten anderen Hunderassen unterscheidet.
In diesem ausführlichen Rasseportrait erfährst du alles, was du über den Siberian Husky wissen musst - von seiner Größe über Temperament und Fellpflege bis hin zu Gesundheitsaspekten und spezifischen Bedürfnissen.
Größe und Erscheinungsbild: Elegant und athletisch
Der Siberian Husky ist ein mittelgroßer, harmonisch gebauter Arbeitshund, dessen gesamte Erscheinung Ausdauer und Geschwindigkeit widerspiegelt.
Rüden
- Schulterhöhe: 53-60 cm
- Gewicht: 20-27 kg
- Besonderheit: Kräftiger gebaut, mit markanter Kopfform
Hündinnen
- Schulterhöhe: 50-56 cm
- Gewicht: 16-23 kg
- Besonderheit: Etwas zierlicher und eleganter, aber ebenso leistungsfähig
Markantes Erscheinungsbild
Was den Siberian Husky optisch so unverwechselbar macht:
- Fellfarben: Alle Farben von reinem Weiß bis Schwarz sind erlaubt, darunter Grau, Silber, Rot, Sable und Agouti - häufig mit markanter Gesichtsmaske
- Augenfarben: Braun, Blau, Bernstein oder sogar zwei verschiedene Farben (Heterochromie) - auch Teilfärbungen innerhalb eines Auges sind möglich
- Rute: Buschig und sichelförmig getragen, wird wie ein Fuchsschwanz über dem Rücken gehalten
- Ohren: Aufrecht stehend, dreieckig und dicht behaart, relativ eng zusammenstehend
- Gesamteindruck: Elegant, leichtfüßig, aufmerksam und wachsam
Unterschied zum Alaskan Malamute
Der Siberian Husky wird häufig mit dem Alaskan Malamute verwechselt. Der Malamute ist jedoch deutlich größer und schwerer (bis 43 kg), hat immer braune Augen und wurde eher für schwere Lasten als für Geschwindigkeit gezüchtet. Der Husky ist der schnellere, leichtere und ausdauerndere der beiden Rassen.

Temperament und Wesen: Unabhängig, sozial und voller Überraschungen
Der Siberian Husky hat ein ganz besonderes Wesen, das ihn von den meisten anderen Hunderassen deutlich unterscheidet. Er ist kein typischer "Will-to-please"-Hund, sondern ein eigenständig denkender Charakter.
- Unabhängig: Trifft eigene Entscheidungen und hinterfragt Anweisungen - das macht ihn charmant, aber auch herausfordernd
- Hochsozial: Liebt Menschen und andere Hunde gleichermaßen - Aggression gegenüber Menschen ist dieser Rasse praktisch fremd
- Verspielt: Behält seine welpenhafte Verspieltheit oft bis ins hohe Alter
- Intelligent: Extrem klug, nutzt seine Intelligenz aber gerne für eigene Pläne statt für Gehorsam
- Kommunikativ: Bekannt für sein "Reden" - Huskys heulen, jaulen und "unterhalten" sich mit ihren Menschen
- Sanftmütig: Trotz seines wilden Aussehens ist der Husky ein ausgesprochen gutmütiger und freundlicher Hund
Der Ausbruchskünstler
Ein wesentlicher Aspekt des Husky-Wesens ist sein legendärer Fluchtinstinkt. Dieser zeigt sich im Alltag auf verschiedene Weisen:
- Überklettern oder Untergraben von Zäunen - Huskys können erstaunlich gut klettern und graben
- Ausnutzen jeder offenen Tür oder ungesicherten Stelle im Garten
- Weglaufen beim Freilauf, wenn ein interessanter Reiz auftaucht (Kaninchen, Reh, Katze)
- Planvolles Testen von Schwachstellen in der Umzäunung über Tage oder Wochen
Dieser Drang muss von Anfang an berücksichtigt werden. Ein unsicherer Garten oder leichtsinniges Ableinen kann schnell gefährlich werden.
Wichtig zu wissen
Der Siberian Husky ist kein Hund, der blind gehorcht. Er wurde über Jahrtausende als Schlittenhund gezüchtet, der in lebensbedrohlichen Situationen eigenständig entscheiden musste - zum Beispiel, ob das Eis sicher genug ist, um darauf zu laufen. Diese Eigenständigkeit ist tief in seinem Wesen verankert und kein Erziehungsdefizit.
Aktivitätslevel: Ausdauer ohne Ende
Der Siberian Husky gehört zu den ausdauerndsten Hunderassen der Welt. Die Tschuktschen in Sibirien züchteten ihn, um schwere Lasten über enorme Distanzen bei extremer Kälte zu ziehen. Diese Leistungsfähigkeit steckt in jedem Husky.
Bewegungsbedarf
- Täglicher Auslauf: Mindestens 2 Stunden aktive Bewegung, besser mehr
- Geistige Beschäftigung: Suchspiele, neue Routen und abwechslungsreiche Umgebungen
- Laufleistung: Ein ausgewachsener Husky kann problemlos 30-50 km am Tag zurücklegen
- Ruhezeiten: Huskys können erstaunlich gut abschalten, wenn ihr Bewegungsbedarf gedeckt ist
Ideale Aktivitäten
- Joggen und Wandern: Perfekter Begleiter für Langstreckenläufer und Wanderer
- Canicross: Geländelauf mit angeleinterem Hund - wie gemacht für Huskys
- Fahrradtouren: Ideal am Bike-Jöring-Geschirr, nach entsprechendem Aufbautraining
- Schwimmen: Manche Huskys lieben Wasser, andere meiden es - individuell verschieden
- Schlittenfahren und Skijöring: Die artgerechteste Beschäftigung im Winter
Geeignete Hundesportarten
Der Siberian Husky ist ein Spezialist für Ausdauersport:
- Schlittenhundesport: Seine ursprüngliche Bestimmung und größte Leidenschaft - vom Gespannfahren bis zum Pulka
- Canicross: Laufen im Gespann mit dem Menschen - perfekt für sportliche Halter
- Bikejöring: Radfahren mit Zugleine - ein Husky-Highlight
- Skijöring: Langlauf mit Hund - ideal im Winter
- Mantrailing und Nasenarbeit: Seine gute Nase wird oft unterschätzt
- Agility: Möglich, aber der Husky arbeitet hier eher nach eigenem Ermessen als nach Anweisung
Die Sache mit dem Freilauf
Ein häufiges Thema bei Husky-Haltern: Freilauf ist beim Siberian Husky grundsätzlich problematisch. Die meisten Huskys haben einen ausgeprägten Jagdtrieb und können bei Sichtung von Wild oder Katzen nicht zuverlässig abgerufen werden. Viele erfahrene Husky-Halter lassen ihre Hunde nur in eingezäunten Bereichen oder an einer Schleppleine laufen. Das ist kein Versagen in der Erziehung, sondern eine verantwortungsvolle Einschätzung der Rasse.

Familienfreundlichkeit: Ein Rudeltier mit großem Herz
Der Siberian Husky ist von Natur aus ein ausgesprochen freundlicher und sozialer Hund, der sich in einer Familie sehr wohlfühlen kann.
Kinder und Siberian Husky
- Kinderfreundlich: Huskys sind sanftmütig und geduldig mit Kindern - historisch schliefen Tschuktschen-Kinder mit den Hunden, um sich zu wärmen
- Robuster Spielpartner: Sein Energielevel passt hervorragend zu aktiven Kindern
- Keine Aggression: Die Rasse zeigt praktisch keine Aggression gegenüber Menschen
- Aufsicht nötig: Aufgrund seiner Größe und Energie sollten kleine Kinder nie unbeaufsichtigt mit dem Husky spielen - aus Versehen umrennen ist wahrscheinlicher als absichtliches Fehlverhalten
Zusammenleben mit anderen Haustieren
- Andere Hunde: Hervorragend verträglich - Huskys sind Rudeltiere und genießen die Gesellschaft von Artgenossen
- Katzen: Vorsicht geboten - der Jagdtrieb des Huskys kann für Katzen gefährlich werden, selbst wenn sie gemeinsam aufgewachsen sind
- Kleintiere: Nicht empfohlen - Kaninchen, Meerschweinchen und andere Kleintiere werden vom Husky als Beute betrachtet
Für wen ist der Siberian Husky geeignet?
Ideal für:
- Aktive, sportliche Menschen, die gerne draußen unterwegs sind
- Hundehalter mit Erfahrung, die einen eigenständigen Charakter schätzen
- Familien mit älteren Kindern und einem aktiven Lebensstil
- Menschen, die einen zweiten Hund als Gesellschaft bieten können
- Schlittenhundesportler und Outdoor-Enthusiasten
Weniger geeignet für:
- Ersthundebesitzer ohne erfahrene Unterstützung
- Menschen, die absoluten Gehorsam erwarten
- Bewohner kleiner Wohnungen ohne Garten
- Menschen mit wenig Zeit für Bewegung und Beschäftigung
- Katzenhalter ohne sichere räumliche Trennung
- Menschen, die Wert auf einen ruhigen, leisen Hund legen
Der Husky als Wachhund?
Kurz gesagt: Nein. Der Siberian Husky ist einer der schlechtesten Wachhunde überhaupt. Er begrüßt Einbrecher eher freundlich und zeigt ihnen möglicherweise noch, wo die Leckerli liegen. Sein freundliches Wesen gegenüber allen Menschen macht ihn zum denkbar ungeeignetsten Wachhund.

Felltyp und Fellpflege: Doppeltes Fell, doppelte Arbeit
Das Fell des Siberian Huskys
Der Husky besitzt ein dichtes, doppellagiges Fell, das ihn vor extremen Temperaturen von -50°C bis +30°C schützt:
- Deckhaar: Mittellang, glatt und wasserabweisend - schützt vor Nässe und UV-Strahlung
- Unterwolle: Extrem dicht, weich und isolierend - bildet eine Luftschicht, die sowohl vor Kälte als auch vor Hitze schützt
- Fellfarben: Von reinem Weiß über alle Grauschattierungen bis hin zu Schwarz, Rot, Sable und Agouti
- Gesichtsmaske: Typisches Merkmal - auffällige Zeichnung im Gesicht, die jedes Tier einzigartig macht
Der große Fellwechsel
Der Siberian Husky durchläuft zweimal im Jahr einen massiven Fellwechsel, bei dem er seine komplette Unterwolle verliert und erneuert. Dieser Vorgang wird liebevoll als "Blowing Coat" bezeichnet und ist ein Erlebnis der besonderen Art:
- Dauert jeweils 3-6 Wochen
- Die Unterwolle löst sich in großen Büscheln und Flocken
- Die Haarmenge ist enorm - aus einem Husky lässt sich gefühlt ein zweiter Hund bürsten
- Findet typischerweise im Frühjahr und Herbst statt
Fellpflege-Routine
Die Fellpflege des Siberian Huskys ist überraschend unkompliziert außerhalb des Fellwechsels:
1-2 Mal pro Woche (je 10-15 Minuten)
- Gründliches Bürsten mit einer Zupfbürste oder einem groben Kamm
- Kontrolle auf Verfilzungen hinter den Ohren und an den Hinterbeinen
- Prüfung auf Parasiten wie Zecken und Flöhe
Während des Fellwechsels (Frühjahr und Herbst)
- Tägliches Bürsten ist absolut notwendig - plane 20-30 Minuten ein
- Ein Unterwolle-Rechen (Undercoat Rake) ist das wichtigste Werkzeug
- Ein Furminator kann zusätzlich helfen, sollte aber vorsichtig eingesetzt werden
- Die Bürstensitzungen können mehrere Wochen andauern
Baden
- Nur alle 2-4 Monate oder bei Bedarf
- Der Husky ist erstaunlich "selbstreinigend" - sein Fell stößt Schmutz natürlich ab
- Mildes Hundeshampoo verwenden, um die natürliche Fettschicht zu schützen
Wichtig: Das Fell des Siberian Huskys darf niemals geschoren werden! Die doppelte Fellschicht reguliert die Körpertemperatur und schützt vor Sonnenbrand. Scheren zerstört die Fellstruktur und kann zu dauerhaften Schäden führen. Auch bei Hitze bietet das intakte Fell den besten Schutz.
Tipps für Husky-Halter und saubere Wohnungen
Leben mit einem Husky bedeutet: Hundehaare gehören zur Einrichtung. Einige bewährte Tipps:
- Ein leistungsstarker Staubsauger mit Tierhaaraufsatz ist Pflicht
- Fusselrollen in jedem Raum griffbereit halten
- Decken auf Sofas und Lieblingsplätzen sparen viel Arbeit
- Kleidung in dunklen und hellen Farben bereithalten - so fällt nicht jedes Haar auf
- Regelmäßiges Bürsten draußen reduziert die Haarmenge in der Wohnung deutlich
- Roboterstaubsauger sind eine sinnvolle Investition
Trainierbarkeit: Intelligent, aber eigenwillig
Warum der Husky anders ist
Der Siberian Husky ist hochintelligent, aber seine Trainierbarkeit unterscheidet sich fundamental von Rassen wie dem Border Collie oder dem Deutschen Schäferhund:
- Versteht schnell: Er begreift, was du von ihm willst - ob er es tut, ist eine andere Frage
- Eigenständig: Hinterfragt den Sinn jedes Kommandos - "Warum sollte ich?" ist seine Grundhaltung
- Nicht bestechlich: Lässt sich weniger leicht mit Leckerli motivieren als andere Rassen
- Selektiver Gehorsam: Gehorcht zuverlässig, wenn er den Sinn erkennt - oder wenn es ihm gerade passt
- Stur: Was manchmal als Dummheit fehlinterpretiert wird, ist tatsächlich purer Eigensinn
Trainingstipps für Siberian Huskys
- Geduld ist alles: Der Husky braucht mehr Wiederholungen und vor allem mehr Überzeugungsarbeit als andere Rassen
- Positive Verstärkung: Zwang und Strafe bewirken beim Husky nichts außer Vertrauensverlust - er wird einfach noch sturer
- Kurze Trainingseinheiten: 10-15 Minuten sind effektiver als lange Sessions - sein Interesse schwindet schnell bei Wiederholungen
- Abwechslung bieten: Monotonie ist der größte Feind beim Husky-Training
- Humor bewahren: Ein Husky wird dich regelmäßig zum Lachen bringen - und manchmal zur Verzweiflung. Nimm es mit Humor
- Sozialisierung priorisieren: Setze den Welpen früh und positiv verschiedensten Reizen aus - Menschen, Tiere, Umgebungen, Geräusche
- Rückruf intensiv üben: Beginne früh und in reizarmer Umgebung, aber erwarte keine 100% Zuverlässigkeit bei Wildkontakt
Häufige Herausforderungen beim Training
- Leinenführigkeit: Der Husky ist zum Ziehen geboren - Leinenführigkeit ist eine der größten Herausforderungen und erfordert konsequentes, geduldiges Training
- Rückruf: Der zuverlässige Rückruf ist die Königsdisziplin beim Husky - viele schaffen es nie zu 100%
- Heulen und Singen: Huskys sind laut - sie heulen, jaulen und "reden" gerne, besonders wenn sie allein oder aufgeregt sind
- Graben: Der Drang zu graben ist genetisch verankert - biete eine erlaubte Buddelstelle als Alternative an
- Ausbruchsversuche: Sicherung des Grundstücks ist keine Erziehungsfrage, sondern eine Managementfrage
- Jagdtrieb: Kann nicht abtrainiert, sondern nur gemanagt werden - Schleppleine und sichere Freilaufflächen sind die Lösung
Gesundheitsaspekte: Eine robuste Rasse mit wenigen Schwachstellen
Lebenserwartung
Der Siberian Husky hat eine Lebenserwartung von 12-15 Jahren, was für seine Größe sehr gut ist. Die Rasse gilt als robust und gesund, was ihrer Herkunft als Arbeitshund unter härtesten Bedingungen zu verdanken ist.
Rassetypische Erkrankungen
Der Siberian Husky ist im Vergleich zu vielen anderen Rassehunden relativ gesund. Dennoch gibt es einige Erkrankungen, die häufiger auftreten:
Augenerkrankungen (die häufigste Schwachstelle)
- Katarakt (Grauer Star): Die häufigste erbliche Erkrankung beim Husky - kann bereits im jungen Alter auftreten (juveniler Katarakt)
- Progressive Retinaatrophie (PRA): Erbliche Netzhautdegeneration, die zur Erblindung führen kann - Gentest verfügbar
- Hornhautdystrophie: Trübung der Hornhaut, meist kosmetisch, selten beeinträchtigend
- Glaukom (Grüner Star): Erhöhter Augeninnendruck, der unbehandelt zur Erblindung führt
Weitere Erkrankungen
- Hüftgelenksdysplasie (HD): Kommt vor, ist aber seltener als bei vielen anderen mittelgroßen Rassen
- Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion): Relativ häufig beim Husky - äußert sich durch Gewichtszunahme, Fellprobleme und Lethargie
- Zinkresponsive Dermatose: Eine für nordische Rassen typische Hauterkrankung, bei der der Körper Zink nicht ausreichend verwertet - zeigt sich durch Verkrustungen an Nase und Ballen
- Epilepsie: Kann in manchen Zuchtlinien auftreten
Hitzeverträglichkeit
Ein wichtiges Thema beim Siberian Husky ist die Wärmeempfindlichkeit. Obwohl sein Doppelfell auch vor Hitze schützt, ist der Husky für kaltes Klima optimiert:
- Im Sommer: Aktivitäten in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegen
- Frisches Wasser: Immer ausreichend Wasser zur Verfügung stellen
- Schattenplätze: Kühle Rückzugsorte im Haus und im Garten anbieten
- Niemals im Auto lassen: Gilt für alle Hunde, aber Huskys sind besonders hitzeanfällig
- Nicht scheren: Das Fell bietet auch Hitzeschutz - Scheren verschlimmert das Problem
Gesundheitsvorsorge
- Züchterauswahl: Nur bei seriösen Züchtern kaufen, die Augenuntersuchungen (ECVO), HD-Röntgen und Gentests durchführen
- Regelmäßige Augenuntersuchungen: Jährliche augenärztliche Kontrolle ist beim Husky besonders wichtig
- Schilddrüsenwerte: Regelmäßig kontrollieren lassen, da Hypothyreose schleichend beginnt
- Gewichtskontrolle: Der Husky sollte schlank gehalten werden - Übergewicht belastet Gelenke und Herz
- Zahnpflege: Regelmäßiges Zähneputzen oder Kauartikel zur Zahnreinigung
- Zinkversorgung: Bei Anzeichen von Hautproblemen an Nase oder Ballen den Tierarzt auf zinkresponsive Dermatose ansprechen
Spezifische Bedürfnisse: Das braucht dein Siberian Husky
Ernährung
- Effiziente Futterverwerter: Huskys benötigen erstaunlich wenig Futter für ihre Größe und Aktivität - sie wurden für maximale Leistung bei minimaler Nahrung gezüchtet
- Hochwertiges Futter: Proteinreiches Futter mit guten Fettquellen
- Portionsgröße: 200-350 g Trockenfutter täglich (je nach Aktivitätslevel) oder entsprechende Menge Nassfutter/BARF - deutlich weniger als bei vergleichbar großen Rassen
- Futterverweigerung: Huskys sind bekannt dafür, Mahlzeiten auszulassen - das ist bei gesunden Hunden meist normal und kein Grund zur Sorge
- Zink supplementieren: Nach Rücksprache mit dem Tierarzt kann eine Zinkergänzung sinnvoll sein, um Hautproblemen vorzubeugen
- Omega-3-Fettsäuren: Unterstützen Fell, Haut und Gelenkgesundheit
Soziale Bedürfnisse
Der Siberian Husky ist ein ausgeprägtes Rudeltier:
- Gesellschaft ist Pflicht: Huskys leiden extrem unter Einsamkeit - ein zweiter Hund ist fast eine Notwendigkeit
- Nicht für Einzelhaltung: Lange Zeiten allein führen zu destruktivem Verhalten, exzessivem Heulen und Ausbruchsversuchen
- Familienmitglied: Möchte mitten im Familiengeschehen leben, nicht isoliert im Garten
- Alleinsein trainieren: Schrittweise aufbauen, maximal 4-5 Stunden - weniger ist besser
- Kontakt zu Artgenossen: Regelmäßige Sozialkontakte mit anderen Hunden sind für sein Wohlbefinden essenziell
Wohnsituation
- Haus mit eingezäuntem Garten ideal: Der Zaun muss mindestens 1,80 m hoch sein und im Boden verankert (Untergrabschutz!)
- Wohnungshaltung schwierig: Möglich bei konsequentem Auslauf, aber der Husky profitiert enorm von einem sicheren Außenbereich
- Kühles Klima bevorzugt: In wärmeren Regionen Deutschlands ist besondere Rücksicht auf Hitze nötig
- Nachbarschaftsverträglichkeit: Das Heulen eines Huskys ist laut und kann über große Entfernungen gehört werden - im Mehrfamilienhaus problematisch
Kosten im Überblick
- Anschaffung (seriöser Züchter): 1.200-2.000 Euro
- Erstausstattung: 400-600 Euro (robuste Leine, Sicherheitsgeschirr, Bett, Näpfe, Spielzeug, Schleppleine)
- Futter: 50-100 Euro/Monat (Huskys fressen verhältnismäßig wenig)
- Tierarzt (Vorsorge): 200-400 Euro/Jahr (inklusive Augenuntersuchung)
- Hundesport/Hundeschule: 50-150 Euro/Monat
- Versicherung: 20-60 Euro/Monat (Haftpflicht + OP-Versicherung empfohlen)
- Zaunsicherung: Einmalig 500-2.000 Euro (je nach Grundstücksgröße)
Siberian Husky aus dem Tierschutz
Leider landen auch Huskys immer wieder im Tierschutz. Die Gründe sind fast immer die gleichen: Die Besitzer haben das spektakuläre Aussehen geliebt, waren aber auf die Ansprüche der Rasse nicht vorbereitet. Wenn du einem Tierschutz-Husky eine Chance geben möchtest, bedenke:
- Viele Abgabehuskys haben bereits Ausbruchserfahrung und sind echte Meister im Entkommen
- Rassespezifische Vereine wie der "Deutsche Club für Nordische Hunde" vermitteln Abgabetiere
- Die Schutzgebühr liegt in der Regel bei 200-450 Euro
- Tierschutz-Huskys können Verhaltensauffälligkeiten mitbringen, die Geduld und Erfahrung erfordern
- Ein zweiter Hund im Haushalt erleichtert dem Tierschutz-Husky die Eingewöhnung enorm
Fazit: Ist der Siberian Husky der richtige Hund für dich?
Der Siberian Husky ist ein außergewöhnlicher Hund mit einer faszinierenden Geschichte, einem unabhängigen Geist und einem wunderschönen Äußeren. Er ist definitiv kein Hund für jedermann, aber für die richtigen Menschen ein unvergesslicher Begleiter.
Der Siberian Husky passt zu dir, wenn du:
- Ein aktives, sportliches Leben führst und deinen Hund in Ausdaueraktivitäten einbeziehen möchtest
- Hundeerfahrung mitbringst und einen eigenständigen Charakter zu schätzen weißt
- Einen Hund mit Humor und Persönlichkeit suchst, der dich täglich überrascht
- Ein sicher eingezäuntes Grundstück hast oder bereit bist, in eines zu investieren
- Bereit bist, den Freilauf einzuschränken und mit Schleppleine zu arbeiten
- Kein Problem mit Hundehaaren auf Kleidung, Möbeln und überall sonst hast
- Idealerweise einen zweiten Hund halten kannst oder möchtest
Der Siberian Husky passt weniger zu dir, wenn du:
- Einen gehorsamen Hund suchst, der auf jedes Kommando sofort reagiert
- In einer kleinen Wohnung ohne Garten lebst
- Wenig Zeit für tägliche Auslastung hast
- Einen ruhigen, leisen Hund bevorzugst
- Katzen oder Kleintiere im Haushalt hast
- Einen zuverlässigen Wachhund brauchst
- Auf haarfreie Kleidung und Möbel Wert legst
Eines ist sicher: Ein Siberian Husky wird dein Leben verändern. Er wird dich fordern, zum Lachen bringen, manchmal zur Verzweiflung treiben und dir eine völlig neue Perspektive auf die Beziehung zwischen Mensch und Hund geben. Wer sich auf diesen besonderen Hund einlässt und seine Eigenheiten respektiert, gewinnt einen treuen, liebevollen und endlos unterhaltsamen Begleiter fürs Leben.
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