
Labrador Retriever
Herkunft: Kanada
Deutschlands beliebtester Rassehund - freundlich, sportlich und immer zum Spielen bereit.
Steckbrief
Größe
Groß
55-62 cm
Gewicht
25-36 kg
Lebenserwartung
10-14 Jahre
Aktivitätslevel
AktivFamilienfreundlichkeit
Sehr gut geeignetFelltyp
Kurzhaar
Haarung
VielLabrador Retriever: Der Familienhund mit dem goldenen Charakter
Der Labrador Retriever ist seit Jahren der beliebteste Hund Deutschlands - und das hat gute Gründe. Mit seinem freundlichen Wesen, seiner Gelassenheit und seiner enormen Anpassungsfähigkeit hat er sich in die Herzen von Millionen Familien geschlichen. Ob als treuer Familienbegleiter, zuverlässiger Therapiehund oder unermüdlicher Rettungshund - der Labrador überzeugt in nahezu jeder Rolle.
In diesem umfassenden Rasseportrait erfährst du alles, was du über den Labrador Retriever wissen musst - von seiner Größe über Temperament und Fellpflege bis hin zu Gesundheitsaspekten und spezifischen Bedürfnissen.
Größe und Erscheinungsbild: Kräftig und sportlich
Der Labrador Retriever ist ein großer, kräftig gebauter Hund, der Stärke und Athletik ausstrahlt:
- Schulterhöhe: 55-62 cm (Rüden 56-62 cm, Hündinnen 54-60 cm)
- Gewicht: 25-36 kg (Rüden 29-36 kg, Hündinnen 25-32 kg)
- Körperbau: Kompakt, muskulös mit breitem Brustkorb
- Lebenserwartung: 10-14 Jahre
- Herkunft: Neufundland, Kanada (nicht Labrador, wie der Name vermuten lässt)
Typische Merkmale
- Kopf: Breit mit ausgeprägtem Stop und kräftigem Fang - der typische "Labrador-Ausdruck" wirkt freundlich und aufgeweckt
- Augen: Mittelgroß, braun oder haselnussfarben, mit warmem und intelligentem Ausdruck
- Ohren: Mittelgroß, dicht am Kopf anliegend und dreieckig
- Otterrute: Das Markenzeichen des Labradors - dick am Ansatz, zur Spitze hin schmaler werdend, rundherum mit kurzem, dichtem Fell bedeckt
- Pfoten: Rund und kompakt mit ausgeprägten Schwimmhäuten zwischen den Zehen
Der Labrador existiert in drei anerkannten Fellfarben: Gelb (von cremefarben bis fuchsrot), Schwarz und Schokoladenbraun (Chocolate). Alle drei Farben kommen in einem Wurf vor, da die Farbvererbung über mehrere Gene gesteuert wird.
Showlinie vs. Arbeitslinie
Beim Labrador Retriever unterscheidet man zwei Zuchtlinien, die sich deutlich voneinander unterscheiden:
- Showlinie (English Type): Kräftiger, breiter Kopf, kompakter Körperbau, ruhigeres Temperament - der klassische "Familienlabrador"
- Arbeitslinie (Field Trial Type): Schlanker, leichter, längere Beine, höherer Arbeitstrieb - für Jagd und Sport gezüchtet
Für Familien und Ersthundebesitzer ist die Showlinie in der Regel die bessere Wahl, da diese Hunde ausgeglichener und weniger fordernd sind.

Temperament und Wesen: Freundlich, ausgeglichen und menschenbezogen
Das Wesen des Labrador Retrievers ist geprägt von seiner ursprünglichen Aufgabe als Apportierhund für Fischer und Jäger. Sein Charakter zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:
- Freundlich: Der Labrador begegnet Menschen und anderen Tieren grundsätzlich mit Offenheit und Zuneigung
- Ausgeglichen: Trotz seiner Energie besitzt er ein ruhiges Grundwesen und lässt sich nicht leicht aus der Ruhe bringen
- Menschenbezogen: Er ist ein echter Teamplayer, der die Nähe seiner Familie über alles liebt
- Arbeitsfreudig: Sein "Will to please" - der Wille, seinem Menschen zu gefallen - macht ihn zu einem begeisterten Mitarbeiter
- Verspielt: Der Labrador behält seine verspielte Art oft bis ins hohe Alter bei
- Geduldig: Gerade mit Kindern zeigt er eine bemerkenswerte Gelassenheit und Toleranz
Was den Labrador besonders macht
Der Labrador Retriever hat eine einzigartige Kombination von Eigenschaften, die ihn so beliebt machen:
- Hohe Reizschwelle: Er reagiert gelassen auf Alltagssituationen, laute Geräusche und Trubel
- Anpassungsfähig: Ob Stadt oder Land, Single oder Großfamilie - der Labrador passt sich an
- Wasserliebe: Als ehemaliger Arbeitshund der Fischer liebt er Wasser über alles - Pfützen, Seen, Meer, notfalls auch die Regentonne
- Apportierfreude: Das Tragen und Bringen von Gegenständen liegt ihm im Blut und kann wunderbar für Beschäftigung und Training genutzt werden
Kleine Herausforderungen
Auch der Labrador hat seine Eigenheiten, die man kennen sollte:
- Verfressen: Der Labrador ist berühmt-berüchtigt für seine Fressgier. Studien haben gezeigt, dass viele Labradore eine Genmutation tragen (POMC-Gen), die dazu führt, dass sie kein Sättigungsgefühl empfinden
- Stürmische Begrüßung: Gerade als Junghund kann die überschwängliche Freude beim Begrüßen zum Problem werden - besonders bei Kindern und älteren Menschen
- Maulig: Der Labrador nimmt gerne alles ins Maul - Schuhe, Socken, Kinderspielzeug. Dieser Apportierinstinkt muss in die richtigen Bahnen gelenkt werden
- Nicht der beste Wachhund: Sein freundliches Wesen erstreckt sich leider auch auf Fremde und potenzielle Einbrecher
Aktivitätslevel: Sportlich und ausdauernd
Der Labrador Retriever hat ein hohes Aktivitätslevel und braucht deutlich mehr Bewegung als viele Menschen erwarten. Wer einen reinen Couchhund sucht, ist beim Labrador falsch - obwohl er nach ausreichender Auslastung durchaus ein gemütlicher Sofapartner ist.
Bewegungsbedarf
- Täglicher Auslauf: Mindestens 1,5-2 Stunden aktive Bewegung
- Geistige Beschäftigung: Zusätzlich 20-30 Minuten Kopfarbeit pro Tag
- Schwimmen: Wenn möglich regelmäßig einplanen - ist die natürlichste Auslastung für den Labrador
Geeignete Aktivitäten und Hundesportarten
Der Labrador ist vielseitig und begeistert sich für zahlreiche Aktivitäten:
- Dummytraining: Die Paradedisziplin des Labradors - vereint Apportierfreude, Nasenarbeit und Gehorsam
- Schwimmen und Wasserarbeit: Liegt dem Labrador im Blut und schont gleichzeitig die Gelenke
- Mantrailing und Nasenarbeit: Seine hervorragende Nase wird gerne unterschätzt
- Obedience: Sein "Will to please" macht ihn zu einem idealen Partner für Gehorsamkeitstraining
- Agility: Für den sportlichen Labrador eine tolle Möglichkeit, Kopf und Körper gleichzeitig zu fordern
- Rettungshundearbeit: Viele Rettungshundestaffeln setzen auf Labradore
- Therapie- und Assistenzhundearbeit: Der Labrador ist weltweit die Nummer eins als Blindenführhund und Therapiehund
- Joggen und Radfahren: Ein erwachsener, gesunder Labrador ist ein toller Laufpartner
Wichtig: Die ersten Lebensmonate
Achtung bei Welpen und Junghunden: In den ersten 12-18 Monaten sollte der Labrador nicht überbelastet werden. Seine Knochen und Gelenke sind noch im Wachstum. Die Faustregel lautet: Pro Lebensmonat maximal 5 Minuten Spaziergang am Stück. Kein Treppensteigen, keine Sprünge, kein Fahrradfahren - auch wenn der junge Labrador selbst noch so motiviert wirkt.

Familienfreundlichkeit: Sehr gut - der Familienhund schlechthin
Der Labrador Retriever gilt zu Recht als einer der familienfreundlichsten Hunde überhaupt. Seine Geduld, Toleranz und sein sanftes Wesen machen ihn zum idealen Begleiter für Familien aller Konstellationen.
Kinder und Labrador
- Babys und Kleinkinder: Der Labrador zeigt in der Regel eine bemerkenswerte Vorsicht und Sanftmut mit kleinen Kindern. Dennoch sollte ein Hund niemals unbeaufsichtigt mit einem Kleinkind gelassen werden
- Schulkinder: Der ideale Spielpartner - der Labrador liebt Ballspiele, Verstecken und Toben genauso wie die Kinder
- Teenager: Kann als Lauf- und Sportpartner dienen und gibt Jugendlichen ein Gefühl von Verantwortung und Zusammengehörigkeit
- Wichtig: Trotz seiner Gutmütigkeit muss auch der Labrador lernen, dass Kinderzimmer und Kinderspielzeug tabu sein können. Umgekehrt müssen Kinder lernen, den Hund zu respektieren und seine Ruhezonen zu akzeptieren
Zusammenleben mit anderen Haustieren
- Andere Hunde: Der Labrador ist in der Regel sehr sozialverträglich und freut sich über vierbeinige Gesellschaft
- Katzen: Bei guter Sozialisierung und behutsamer Zusammenführung harmoniert der Labrador meist problemlos mit Katzen
- Kleintiere: Sein Jagdinstinkt ist weniger ausgeprägt als bei vielen anderen Rassen, dennoch sollte man bei Kaninchen und Co. vorsichtig sein
Für wen ist der Labrador geeignet?
- Familien mit Kindern jeden Alters: Der Labrador ist geduldig, tolerant und robust genug für den Familienalltag
- Aktive Paare und Singles: Die gerne in der Natur unterwegs sind und einen treuen Begleiter suchen
- Ersthundebesitzer: Der Labrador verzeiht kleine Erziehungsfehler eher als viele andere Rassen und ist lernwillig
- Jäger: Als Apportierhund nach dem Schuss ist der Labrador in seinem Element
- Menschen mit Handicap: Als Assistenz- und Therapiehund ist er weltweit die erste Wahl
Für wen ist der Labrador weniger geeignet?
- Stubenhocker: Wer sich wenig bewegt und keine Lust auf tägliche Aktivitäten hat
- Ordnungsfanatiker: Der Labrador haart, sabbert gelegentlich und bringt nach dem Schwimmen den halben See mit ins Haus
- Menschen, die einen Wachhund suchen: Der Labrador begrüßt Einbrecher vermutlich schwanzwedelnd
- Vollzeitberufstätige ohne Hundebetreuung: Der menschenbezogene Labrador sollte nicht länger als 4-5 Stunden allein sein
Felltyp und Fellpflege: Pflegeleicht, aber haarreich
Der Labrador Retriever besitzt ein kurzes, dichtes Doppelfell, das ihn perfekt vor Wasser und Kälte schützt. Dieses Fell hat es allerdings in sich - wer einen Labrador hat, wird Hundehaare als neues Accessoire akzeptieren müssen.
Fellstruktur
- Deckhaar: Kurz, dicht und hart - fühlt sich leicht wachsartig an und ist wasserabweisend
- Unterwolle: Dicht, weich und isolierend - der eigentliche Grund für die extreme Haarerei
- Besonderheit: Das Fell des Labradors ist so wasserabweisend, dass er nach dem Schwimmen schnell wieder trocken ist - ein Erbe seiner Arbeit als Fischerhund im eiskalten Nordatlantik
Fellfarben und Besonderheiten
- Schwarz: Die ursprünglichste und genetisch dominante Farbe
- Gelb: Von cremefarben bis dunkel fuchsrot - die häufigste Farbe in Familienhaltung
- Chocolate (Braun): Die seltenste der drei Farben - Studien deuten darauf hin, dass Chocolate Labradore eine etwas geringere Lebenserwartung haben können
- Silver, Charcoal, Champagne: Umstrittene Farbvarianten, die von den meisten Zuchtverbänden nicht anerkannt werden
Fellpflege-Routine
Die Fellpflege des Labradors ist unkompliziert, aber regelmäßig nötig:
1-2 Mal pro Woche (10-15 Minuten)
- Gründliches Bürsten mit einer Noppenbürste oder einem Gummistriegel
- Ein Unterwollkamm hilft, lose Unterwolle zu entfernen
- Besonders am Hals, an der Brust und an den Hinterbeinen bürsten
Während des Fellwechsels (Frühjahr und Herbst)
- Tägliches Bürsten ist Pflicht - der Labrador verliert in dieser Zeit enorme Mengen an Unterwolle
- Ein Furminator oder vergleichbarer Unterwollrechen ist Gold wert
- In dieser Phase hilft regelmäßiges Staubsaugen - ja, auch auf der Kleidung
Baden: So selten wie möglich
- Das natürliche Fettpolster des Fells sollte nicht zu oft ausgewaschen werden
- Bei Bedarf ein mildes Hundeshampoo verwenden
- Nach dem Schwimmen in Salzwasser kurz mit klarem Wasser abspülen
Tipp: Das Fell des Labradors sollte niemals geschoren oder getrimmt werden. Das doppellagige Fell reguliert die Körpertemperatur bei Hitze und Kälte. Scheren zerstört diese Schutzfunktion und das Fell wächst oft nicht mehr richtig nach.

Trainierbarkeit: Lernwillig und begeisterungsfähig
Der Labrador Retriever gehört zu den am besten trainierbaren Hunderassen der Welt. Sein starker "Will to please" und seine Intelligenz machen ihn zu einem dankbaren Schüler, der mit Begeisterung lernt.
Warum der Labrador so gut zu trainieren ist
- Will to please: Er möchte seinem Menschen gefallen und arbeitet motiviert mit
- Futterbelohnung wirkt Wunder: Seine Verfressenheit lässt sich hervorragend fürs Training nutzen
- Hohe Frustrationstoleranz: Der Labrador gibt nicht so schnell auf und probiert gerne weiter
- Apportierfreude als Belohnung: Ball- und Dummyspiel als Belohnung sind oft noch motivierender als Leckerli
- Gute Konzentration: Er kann sich gut auf eine Aufgabe fokussieren
Trainingstipps für Labradore
- Positive Verstärkung: Der Labrador reagiert hervorragend auf Lob, Leckerli und Spielbelohnung - Härte ist absolut unnötig und kontraproduktiv
- Früh anfangen: Bereits im Welpenalter mit der Erziehung beginnen - gerade die Grundkommandos Sitz, Platz, Bleib und den Rückruf
- Impulskontrolle trainieren: Der stürmische Labrador muss lernen, sich zu beherrschen - beim Futter, an der Tür, bei Begegnungen mit Menschen und Hunden
- Leinenführigkeit: Eine der größten Herausforderungen beim Labrador - er zieht gerne und kräftig. Konsequentes Training von Anfang an ist entscheidend
- Apportiertraining nutzen: Das natürliche Talent des Labradors zum Apportieren kann gezielt gefördert werden und bietet eine wunderbare Beschäftigungsmöglichkeit
- Anti-Giftköder-Training: Angesichts der extremen Verfressenheit des Labradors ist ein solides "Aus"- und "Nein"-Signal lebenswichtig
Häufige Herausforderungen beim Training
- Fressgier: Der Labrador frisst alles, was er findet - draußen kann das schnell gefährlich werden
- Überschwänglichkeit: Das aufgeregte Anspringen von Menschen ist ein häufiges Problem, besonders im Junghundealter
- Ablenkbarkeit durch Gerüche: Die feine Nase kann beim Spaziergang zum Abschaltknopf werden
- Wasser-Magnetismus: In der Nähe von Wasser wird jeder Rückruf zur Herausforderung - das muss gezielt trainiert werden
Gesundheitsaspekte: Worauf du achten solltest
Lebenserwartung
Der Labrador Retriever hat eine Lebenserwartung von 10-14 Jahren, wobei die meisten Labradore 10-12 Jahre alt werden. Faktoren wie Gewicht, Zuchtlinie und genetische Gesundheit beeinflussen die Lebensdauer erheblich.
Rassetypische Erkrankungen
Der Labrador ist leider von einigen rassetypischen Erkrankungen betroffen, die du kennen solltest:
Häufig und wichtig zu testen
- Hüftgelenksdysplasie (HD): Eine der häufigsten Erkrankungen beim Labrador - Fehlentwicklung des Hüftgelenks, die zu Arthrose führen kann. Beide Elterntiere sollten HD-geröntgt sein
- Ellbogendysplasie (ED): Fehlentwicklung des Ellbogengelenks - tritt beim Labrador häufiger auf als bei vielen anderen Rassen
- Progressive Retinaatrophie (PRA): Fortschreitende Erblindung durch Netzhautdegeneration - Gentest verfügbar und beim seriösen Züchter Pflicht
- Exercise Induced Collapse (EIC): Belastungsinduzierter Zusammenbruch - bei starker Anstrengung können betroffene Hunde plötzlich zusammenbrechen. Gentest verfügbar
- Übergewicht: Bis zu 60 % aller Labradore sind übergewichtig - oft bedingt durch die POMC-Genmutation und falsche Fütterung
Gelegentlich
- Osteochondrosis Dissecans (OCD): Gelenkerkrankung, die besonders junge, schnell wachsende Labradore betrifft
- Epilepsie: Tritt beim Labrador etwas häufiger auf als bei anderen Rassen
- Centronucleäre Myopathie (CNM): Erbliche Muskelerkrankung - Gentest verfügbar
- Ohrentzündungen: Durch die hängenden Ohren und die Wasserliebe neigt der Labrador zu Ohrinfektionen
- Hot Spots: Akute, nässende Hautentzündungen, die besonders im Sommer auftreten können
Gesundheitsvorsorge
- Seriöser Züchter: Achte darauf, dass beide Elterntiere auf HD, ED, PRA, EIC und CNM getestet sind - ein seriöser Züchter zeigt dir die Ergebnisse unaufgefordert
- Regelmäßige Tierarztbesuche: Mindestens einmal jährlich zur Vorsorge, ab dem 7. Lebensjahr halbjährlich
- Gewichtskontrolle: Der wichtigste Gesundheitsfaktor beim Labrador! Die Rippen sollten leicht fühlbar sein, die Taille von oben sichtbar
- Ohrenpflege: Regelmäßig kontrollieren und nach dem Schwimmen trocknen - feuchte Ohren sind ein Nährboden für Bakterien und Hefepilze
- Zahnpflege: Regelmäßiges Zähneputzen oder Zahnpflegeprodukte verwenden
- Gelenkschutz: Gerade beim wachsenden Junghund Überbelastung vermeiden - kein Treppensteigen, keine Sprünge aus dem Auto
Spezifische Bedürfnisse: Das braucht dein Labrador Retriever
Ernährung
Die Ernährung ist beim Labrador ein besonders wichtiges Thema, da die Rasse zu Übergewicht neigt:
- Hochwertiges, proteinreiches Futter: Mit ausgewogenem Fett- und Kohlenhydratanteil
- Portionen streng kontrollieren: Wiege das Futter ab - der Labrador würde immer mehr fressen, als er braucht
- Leckerli einkalkulieren: Jedes Leckerli muss von der Tagesration abgezogen werden
- Fütterungszeiten einhalten: 2 Mahlzeiten am Tag sind ideal - kein Futter frei zugänglich stehen lassen
- Schlingnapf verwenden: Viele Labradore schlingen ihr Futter herunter, was das Risiko einer Magendrehung erhöhen kann
- Omega-3-Fettsäuren: Unterstützen Gelenke, Fell und Haut
- Gewichtskontrolle: Regelmäßig wiegen und die Figur beurteilen - bei einem gesunden Labrador sind die letzten Rippen leicht fühlbar
Soziale Bedürfnisse
Der Labrador Retriever ist ein ausgeprägter Familien- und Rudelhund:
- Enge Familienbindung: Er liebt die gesamte Familie, nicht nur eine einzelne Bezugsperson
- Nicht gerne allein: Sollte schrittweise ans Alleinsein gewöhnt werden, maximal 4-5 Stunden
- Geselligkeit: Genießt den Kontakt zu anderen Hunden und Menschen gleichermaßen
- Körperkontakt: Der Labrador ist ein Kontakthund, der gerne in der Nähe seiner Menschen liegt - am liebsten auf dem Sofa oder auf den Füßen
Wohnsituation
- Haus mit Garten ideal: Bietet ausreichend Platz und die Möglichkeit, sich zwischendurch zu bewegen
- Wohnungshaltung möglich: Aber nur mit konsequentem Auslaufprogramm und ausreichend Beschäftigung
- Garten einzäunen: Der Labrador ist durchaus in der Lage, niedrige Zäune zu überwinden, wenn auf der anderen Seite etwas Interessantes wartet
- Wasserzugang von Vorteil: Ein See, Bach oder Fluss in der Nähe macht den Labrador zum glücklichsten Hund der Welt
- Kein Zwinger- oder Außenhund: Der menschenbezogene Labrador gehört in die Familie
Kosten im Überblick
- Anschaffung (seriöser Züchter): 1.500-2.500 Euro
- Erstausstattung: 300-500 Euro (Leine, Geschirr, Näpfe, Körbchen, Spielzeug, Welpenbox)
- Futter: 60-120 Euro/Monat (je nach Futterqualität und Größe des Hundes)
- Tierarzt (Vorsorge): 200-400 Euro/Jahr
- Hundeschule/Hundesport: 40-100 Euro/Monat
- Versicherung (Haftpflicht + OP): 30-60 Euro/Monat
- Zubehör und Extras: 20-50 Euro/Monat (Kauartikel, Spielzeug, Pflegeprodukte)
Die Welpenzeit: Herausfordernd, aber lohnend
Die ersten Monate mit einem Labrador-Welpen sind intensiv. Hier die wichtigsten Tipps:
- Beißhemmung trainieren: Labrador-Welpen sind extrem maulig und müssen lernen, ihre Zähne zu kontrollieren
- Stubenreinheit: Der Labrador lernt schnell, braucht aber in den ersten Wochen konsequentes Rausgehen nach dem Schlafen, Fressen und Spielen
- Sozialisierung: Die Prägephase bis zur 16. Woche intensiv nutzen - verschiedene Menschen, Hunde, Geräusche und Umgebungen kennenlernen
- Alleinbleiben üben: Langsam und schrittweise aufbauen, bereits ab dem ersten Tag in kleinen Einheiten
- Ruhe lernen: Labrador-Welpen sind kleine Energiebündel, die lernen müssen, sich zu entspannen
Labrador Retriever aus dem Tierschutz
Auch Labradore landen im Tierschutz - oft, weil Halter den Bewegungsbedarf und die Konsequenz in der Erziehung unterschätzt haben. In Tierheimen und bei Labrador-Nothilfen warten immer wieder tolle Hunde auf ein neues Zuhause.
Vorteile eines Tierschutz-Labradors:
- Der Charakter ist bereits erkennbar und einschätzbar
- Die Organisation kann dich über Besonderheiten und eventuelle Vorgeschichte informieren
- Du gibst einem Hund eine zweite Chance auf ein glückliches Leben
- Schutzgebühr liegt bei ca. 250-400 Euro
Bedenke: Auch ein Labrador aus dem Tierschutz braucht ausreichend Bewegung, geistige Beschäftigung und eine geduldige Eingewöhnung. Gerade bei Hunden mit unbekannter Vorgeschichte kann professionelle Unterstützung durch einen Hundetrainer sinnvoll sein.
Fazit: Ist der Labrador Retriever der richtige Hund für dich?
Der Labrador Retriever ist ein großartiger Allrounder - freundlich, loyal, intelligent und vielseitig. Er ist nicht ohne Grund seit Jahrzehnten einer der beliebtesten Hunde weltweit. Aber auch der Labrador ist kein Selbstläufer und braucht mehr als nur Liebe.
Der Labrador passt zu dir, wenn du:
- Einen aktiven Lebensstil führst und täglich 1,5-2 Stunden für Spaziergänge und Beschäftigung einplanst
- Dir einen freundlichen, gutmütigen Familienhund wünschst
- Bereit bist, konsequent zu erziehen, auch wenn der Labrador mit seinen treuen Augen bettelt
- Hundehaare, gelegentliches Sabbern und nasse Pfotenabdrücke mit Humor nimmst
- Gerne in der Natur und idealerweise in Wassernähe unterwegs bist
Der Labrador passt weniger zu dir, wenn du:
- Einen pflegeleichten Couchhund suchst, der wenig Bewegung braucht
- Auf eine makellos saubere Wohnung bestehst
- Einen zuverlässigen Wachhund möchtest
- Wenig Zeit für tägliche Beschäftigung und Auslauf hast
- Den Hund häufig lange allein lassen musst
Der Labrador Retriever ist kein Hund für die Vitrine - er ist ein lebensfroher, manchmal chaotischer, immer liebenswerter Begleiter, der das Leben seiner Familie unendlich bereichert. Wer ihm die richtige Mischung aus Aktivität, Erziehung und Liebe bietet, bekommt einen Freund fürs Leben.
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