
Rottweiler
Herkunft: Deutschland
Kräftiger, loyaler Wach- und Schutzhund mit ruhigem Wesen und starkem Charakter.
Steckbrief
Größe
Groß
56-69 cm
Gewicht
42-60 kg
Lebenserwartung
8-10 Jahre
Aktivitätslevel
AktivFamilienfreundlichkeit
Bedingt geeignetFelltyp
Kurzhaar
Haarung
MittelRottweiler: Kraftpaket mit sanftem Kern
Der Rottweiler zählt zu den bekanntesten und zugleich am häufigsten missverstandenen Hunderassen der Welt. Hinter seinem imposanten Äußeren und dem Ruf als unerschrockener Wachhund verbirgt sich ein treuer, intelligenter und erstaunlich sensibler Familienhund, der eine enge Bindung zu seinen Menschen aufbaut. Doch der Rottweiler ist kein Hund für jedermann: Er braucht erfahrene, konsequente Halter, die seiner Stärke und seinem Charakter gerecht werden.
In diesem umfassenden Rasseportrait erfährst du alles Wichtige über den Rottweiler - von seiner beeindruckenden Größe und seinem Temperament über Fellpflege und Trainierbarkeit bis hin zu Gesundheitsaspekten und spezifischen Bedürfnissen.
Größe und Erscheinung: Imposant und muskulös
Der Rottweiler ist ein großer, kräftiger Hund mit einem kompakten, muskulösen Körperbau, der Stärke und Ausdauer ausstrahlt. Sein Erscheinungsbild vermittelt sofort Respekt - dabei ist er weder plump noch schwerfällig, sondern überraschend wendig und athletisch.
Rassestandard
- Schulterhöhe Rüden: 61-69 cm
- Schulterhöhe Hündinnen: 56-63 cm
- Gewicht Rüden: 50-60 kg
- Gewicht Hündinnen: 42-50 kg
- Körperbau: Kräftig, kompakt und gut bemuskelt mit breitem Brustkorb
- Kopf: Breit mit deutlichem Stop und kräftiger Schnauze
- Rute: Natürliche Länge, wird in Verlängerung der Rückenlinie getragen
Fellfarben
Der Rottweiler kommt ausschließlich in einer Farbvariante vor:
- Schwarz mit rostbraunen Abzeichen: Die Abzeichen befinden sich an Backen, Fang, Halsunterseite, Brust, Läufen und unter der Rutenwurzel
- Abzeichenfarbe: Von sattem Mahagoni bis helles Rostbraun
- Keine weiteren Varianten: Anders als bei vielen anderen Rassen ist der Rottweiler streng auf eine Farbgebung festgelegt
Die klare, symmetrische Zeichnung ist ein Markenzeichen der Rasse und lässt jeden Rottweiler sofort erkennbar werden. Die Abzeichen sollten laut Rassestandard klar abgegrenzt sein und etwa 10 Prozent der Gesamtfläche ausmachen.
Temperament und Wesen: Ruhig, selbstsicher und treu
Der Rottweiler wird häufig unterschätzt, was seine emotionale Tiefe angeht. Hinter der kraftvollen Fassade verbirgt sich ein sensibler Hund mit einem ausgeprägten Gespür für die Stimmung seiner Menschen:
- Selbstsicher und gelassen: Der Rottweiler tritt souverän auf, ohne dabei aggressiv zu sein - er hat es schlicht nicht nötig, etwas zu beweisen
- Loyal und anhänglich: Die Treue zu seiner Familie ist legendär - ein Rottweiler ist ein Hund, der sich voll und ganz seiner Familie verschreibt
- Wachsam und beschützend: Sein natürlicher Schutzinstinkt ist stark ausgeprägt, ohne dass er dafür speziell trainiert werden muss
- Intelligent und lernwillig: Der Rottweiler gehört zu den intelligentesten Hunderassen und begreift neue Aufgaben schnell
- Arbeitswillig: Als ehemaliger Arbeitshund braucht er Aufgaben und eine sinnvolle Beschäftigung
- Sensibel: Trotz seines robusten Äußeren reagiert er feinfühlig auf die Stimmung seines Umfelds und kann bei unfairer Behandlung emotional leiden
Ein wichtiger Aspekt: Der Rottweiler ist ein Einpersonenhund mit Familienanschluss. Obwohl er die ganze Familie akzeptiert und beschützt, baut er zu einer Bezugsperson eine besonders enge Bindung auf. Diese tiefe Verbundenheit macht ihn zu einem unglaublich treuen Begleiter, erfordert aber auch, dass seine Bezugsperson konsequent und fair mit ihm umgeht.
Was oft missverstanden wird
Der Rottweiler hat leider mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Die Wahrheit ist: Ein gut sozialisierter und artgerecht gehaltener Rottweiler ist ein ausgeglichener, freundlicher Hund. Problematisches Verhalten entsteht fast ausschließlich durch falsche Haltung, mangelnde Sozialisierung oder bewusste Scharfmacherei. Die Rasse selbst bringt ein ruhiges, selbstsicheres Grundwesen mit.

Aktivitätslevel: Ausdauernd und arbeitswillig
Bewegungsbedarf
Der Rottweiler hat ein hohes Aktivitätslevel, das sich aus seiner Geschichte als Arbeits- und Treibhund ergibt. Er wurde gezüchtet, um Vieh zu treiben, Karren zu ziehen und als Wachhund zu arbeiten - diese Ausdauer und Belastbarkeit bringt er mit.
- Täglicher Auslauf: Mindestens 1,5-2 Stunden, aufgeteilt auf mehrere Spaziergänge
- Ideale Aktivitäten: Lange Wanderungen, Schwimmen, Zugarbeit, Begleithundetraining
- Geistige Beschäftigung: Suchspiele, Obedience und Denkaufgaben - täglich mindestens 20-30 Minuten
Geeignete Beschäftigungen
Der Rottweiler braucht sowohl körperliche als auch geistige Auslastung. Besonders gut eignen sich:
- Begleithundeprüfung (BH): Die klassische Disziplin für den Rottweiler - Gehorsam und Sozialverträglichkeit in einem
- Fährtenarbeit: Nutzt seine hervorragende Nase und fördert die Konzentration
- Obedience: Anspruchsvolles Gehorsamkeitstraining, das seine Intelligenz fordert
- Wasserarbeit: Viele Rottweiler sind begeisterte Schwimmer
- Zugarbeit / Gewichtziehen: Entspricht seinem ursprünglichen Einsatz als Zughund
- Rettungshundearbeit: Seine Ausdauer und sein Wille zu arbeiten machen ihn zu einem guten Rettungshund
- Wandern und Trekking: Lange Strecken in der Natur sind ideal für seine Ausdauer
Wichtig: Trotz seines hohen Aktivitätslevels ist der Rottweiler kein hektischer Hund. Er bewegt sich gerne, aber gleichmäßig und ausdauernd. Übermäßig intensive Sportarten wie Agility in hohem Tempo sind aufgrund seines Gewichts und seiner Gelenkbelastung weniger geeignet. Besonders im Wachstum (bis 18 Monate) sollte auf gelenkschonende Bewegung geachtet werden.
Familienfreundlichkeit: Ein Beschützer mit Bedingungen
Der Rottweiler kann ein hervorragender Familienhund sein - allerdings unter bestimmten Voraussetzungen. Seine Familienfreundlichkeit verdient er sich durch richtige Erziehung und Sozialisierung, nicht durch einen angeborenen Automatismus.
Kinder und Rottweiler
- Sanft mit den eigenen Kindern: Richtig sozialisiert geht der Rottweiler erstaunlich behutsam mit den Kindern seiner Familie um
- Beschützend: Er entwickelt einen natürlichen Schutzinstinkt gegenüber den Familienkindern
- Robust: Seine Größe und Gelassenheit machen ihn tolerant gegenüber kindlichem Trubel
- Aufsicht notwendig: Aufgrund seiner Kraft sollte der Kontakt mit kleinen Kindern immer unter Aufsicht stattfinden - nicht weil er aggressiv wäre, sondern weil er seine Kraft unterschätzen kann
Zusammenleben mit anderen Haustieren
- Andere Hunde: Bei guter Sozialisierung ist das Zusammenleben möglich, allerdings zeigen besonders Rüden manchmal Dominanzverhalten gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen
- Katzen: Bei gemeinsamer Aufzucht oder früher Gewöhnung in der Regel unproblematisch
- Kleintiere: Mit entsprechender Gewöhnung meist friedlich, aber Aufsicht ist empfehlenswert
Für wen ist der Rottweiler besonders geeignet?
- Erfahrene Hundehalter: Die mit großen, kräftigen Rassen umgehen können
- Aktive Menschen: Die gerne draußen unterwegs sind und Zeit für Training haben
- Familien mit älteren Kindern: Die einen treuen Beschützer suchen
- Menschen mit Grundstück: Ein Haus mit eingezäuntem Garten ist ideal
- Konsequente Persönlichkeiten: Die eine klare, faire Führung bieten können
Weniger geeignet für
- Ersthundebesitzer: Der Rottweiler verzeiht Erziehungsfehler weniger als andere Rassen
- Menschen mit wenig Zeit: Er braucht intensive Beschäftigung und Sozialisierung
- Wohnungshaltung ohne Garten: Möglich, aber nicht ideal für einen Hund dieser Größe
- Unsichere Halter: Der Rottweiler braucht eine klare, souveräne Führung
Hinweis zur Rasseliste
In einigen deutschen Bundesländern steht der Rottweiler auf der Rasseliste und gilt als sogenannter Listenhund. Das bedeutet, dass je nach Bundesland besondere Auflagen gelten können, beispielsweise Sachkundenachweise, Wesenstests, Leinen- und Maulkorbpflicht oder eine spezielle Haltungserlaubnis. Informiere dich vor der Anschaffung unbedingt über die geltenden Regelungen in deinem Bundesland und deiner Gemeinde.
Felltyp und Fellpflege: Robust und pflegeleicht
Das Rottweiler-Fell
Der Rottweiler besitzt ein typisches Arbeitshundfell, das auf Funktionalität und Wetterschutz ausgelegt ist:
- Felltyp: Kurzes, hartes, dichtes Stockhaar mit Unterwolle
- Deckhaar: Mittellang, glatt anliegend und derb
- Unterwolle: Dicht, darf nicht durch das Deckhaar hindurch sichtbar sein
- Haarverlust: Der Rottweiler haart ganzjährig moderat, besonders stark während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst
- Wetterfest: Sein dichtes Doppelfell bietet guten Schutz gegen Nässe und Kälte
Fellpflege-Routine
Die Fellpflege beim Rottweiler ist im Vergleich zu langhaarigen Rassen relativ unkompliziert, sollte aber regelmäßig erfolgen:
Wöchentlich (1-2 Mal, je 10 Minuten)
- Gründliches Bürsten mit einer festen Naturhaarbürste oder einem Gummistriegel
- Lose Unterwolle und abgestorbenes Fell entfernen
- Während des Fellwechsels täglich bürsten, um die Wohnung haarfrei zu halten
Alle 2-3 Monate (oder bei Bedarf)
- Baden mit einem milden Hundeshampoo
- Nicht zu häufig baden, da dies den natürlichen Schutzfilm der Haut zerstört
- Nach dem Baden gründlich trocknen, besonders die Unterwolle
Wöchentlich
- Ohrenkontrolle: Hängeohren regelmäßig auf Rötungen, Geruch oder Sekret prüfen
- Zahnpflege: Zähneputzen oder geeignete Kauartikel zur Zahnreinigung anbieten
- Augenkontrolle: Auf Rötungen oder vermehrten Tränenfluss achten
Alle 2-4 Wochen
- Krallen kürzen, falls sie sich nicht von selbst abnutzen
- Pfoten auf Verletzungen kontrollieren, besonders nach Spaziergängen auf Schotter oder Streusalz
Tipp: Gewöhne deinen Rottweiler von Welpenalter an die Pflegeroutine. Bei einem ausgewachsenen Hund von über 50 kg ist es deutlich schwieriger, ihm nachträglich beizubringen, still zu halten. Die frühe Gewöhnung an Bürsten, Ohrenkontrolle und Pfotenpflege ist bei dieser Rasse besonders wichtig.

Trainierbarkeit: Intelligent und kooperativ - mit klaren Regeln
Die Wahrheit über das Rottweiler-Training
Der Rottweiler gehört zu den am besten trainierbaren großen Hunderassen. Seine hohe Intelligenz, sein Arbeitswille und seine enge Bindung an seine Bezugsperson machen ihn zu einem gelehrigen Schüler - vorausgesetzt, das Training ist fair und konsequent.
- Hohe Intelligenz: Der Rottweiler belegt in Intelligenzrankings regelmäßig Plätze in den Top 10 aller Hunderassen
- Arbeitsmotiviert: Er arbeitet gerne mit seinem Menschen zusammen und braucht sinnvolle Aufgaben
- Sensibel für Fairness: Härte und Ungerechtigkeit quittiert er mit Rückzug oder Sturheit - positive Verstärkung ist der Schlüssel
- Schnelle Auffassung: Neue Kommandos lernt er oft innerhalb weniger Wiederholungen
- Konsequenz erfordert Konsequenz: Was einmal erlaubt wurde, lässt er sich nur schwer wieder abgewöhnen
Trainingstipps für Rottweiler-Besitzer
- Frühe Sozialisierung ist Pflicht: Ab dem Welpenalter an möglichst viele Menschen, Tiere, Orte und Geräusche gewöhnen - das wichtigste Zeitfenster liegt zwischen der 4. und 16. Lebenswoche
- Positive Verstärkung: Mit Lob, Futter und Spiel belohnen - der Rottweiler reagiert hervorragend auf motivationsbasiertes Training
- Konsequenz von Anfang an: Regeln, die für den erwachsenen Hund gelten sollen, müssen bereits beim Welpen etabliert werden - ein 8 kg Welpe auf dem Sofa ist süß, ein 55 kg Erwachsener auf dem Sofa ist eine Entscheidung
- Niemals körperliche Strafe: Der sensible Rottweiler reagiert auf Gewalt mit Vertrauensverlust - und ein Rottweiler, der seinem Halter nicht vertraut, ist ein Problem
- Hundeschule mit Rasseerfahrung: Wähle einen Trainer, der Erfahrung mit Molosser-Rassen hat und moderne Trainingsmethoden anwendet
- Impulskontrolle üben: Der Rottweiler muss lernen, in aufregenden Situationen ruhig zu bleiben - Warte-Übungen, Frustrationstoleranz und Selbstbeherrschung sind Kernthemen
- Begleithundeprüfung anstreben: Die BH ist nicht nur eine gute Ausbildung, sondern in manchen Bundesländern auch Voraussetzung für die Haltung
Häufige Herausforderungen
- Leinenführigkeit: Ein Rottweiler, der an der Leine zieht, ist aufgrund seiner Kraft kaum zu halten - frühes Anti-Zug-Training ist essenziell
- Territorialverhalten: Übermäßiges Wachverhalten muss durch Sozialisierung und Training kanalisiert werden
- Ressourcenverteidigung: Manche Rottweiler neigen dazu, Futter oder Spielzeug zu bewachen - frühzeitiges Management ist wichtig
- Dominanzverhalten gegenüber anderen Hunden: Besonders Rüden zeigen manchmal Imponiergehabe - souveränes Eingreifen des Halters ist gefragt
- Übermäßige Bindung: Manche Rottweiler entwickeln eine so enge Bindung, dass Alleinsein zum Problem wird - Alleinbleiben muss schrittweise trainiert werden
Gesundheitsaspekte: Worauf du achten solltest
Lebenserwartung
- Durchschnitt: 8-10 Jahre
- Bei guter Pflege: Viele Rottweiler erreichen 10-11 Jahre
- Einzelfälle: Gesunde Exemplare können bis zu 12-13 Jahre alt werden
Der Rottweiler gehört wie viele große Rassen zu den Hunden mit einer kürzeren Lebenserwartung im Vergleich zu kleineren Rassen. Umso wichtiger sind eine verantwortungsvolle Zucht, artgerechte Haltung und regelmäßige Gesundheitsvorsorge.
Rassetypische Erkrankungen
Häufig
- Hüftgelenksdysplasie (HD): Eine der häufigsten Erkrankungen beim Rottweiler - die Hüftgelenke sind nicht optimal ausgebildet, was zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen kann. Seriöse Züchter lassen die Elterntiere röntgen
- Ellbogendysplasie (ED): Fehlentwicklung der Ellbogengelenke, die zu Lahmheit und Arthrose führen kann
- Kreuzbandriss: Durch das hohe Körpergewicht sind die Kreuzbänder besonders belastet
- Übergewicht: Der Rottweiler neigt bei zu wenig Bewegung und zu viel Futter zu Übergewicht, was alle Gelenkprobleme verschlimmert
Gelegentlich
- Osteosarkom (Knochenkrebs): Kommt bei großen Rassen häufiger vor und betrifft leider auch den Rottweiler überdurchschnittlich oft
- Herzerkrankungen: Insbesondere die Aortenstenose (Verengung der Aorta) kommt beim Rottweiler vor
- Magendrehung (Torsio ventriculi): Wie bei vielen großen, tiefbrüstigen Rassen besteht ein erhöhtes Risiko
- Osteochondrose (OCD): Wachstumsstörung der Gelenkknorpel, besonders bei jungen Hunden
- Progressive Retinaatrophie (PRA): Erbliche Augenerkrankung, die zur Erblindung führen kann
- Hypothyreose: Schilddrüsenunterfunktion, die zu Gewichtszunahme und Trägheit führen kann
Gesundheitsvorsorge
- Züchterauswahl: Nur bei VDH-/ADRK-angeschlossenen Züchtern kaufen, die HD-, ED- und Herzuntersuchungen der Elterntiere nachweisen können
- Gewichtskontrolle: Besonders wichtig beim Rottweiler - Übergewicht belastet Gelenke und Herz enorm
- Gelenkschutz im Wachstum: Bis zum 18. Lebensmonat keine übermäßige Belastung der Gelenke (kein Treppensteigen, keine Sprünge, angepasste Spaziergänge)
- Regelmäßige Tierarztbesuche: Mindestens einmal jährlich zur Vorsorge, ab 6 Jahren halbjährlich
- Röntgenuntersuchungen: HD- und ED-Röntgen zwischen dem 12. und 18. Lebensmonat
- Herzultraschall: Regelmäßige Kontrolle, besonders bei Zuchtlinien mit Herzproblemen
- Magendrehungsprophylaxe: Mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen, nach dem Fressen Ruhepause einhalten
Spezifische Bedürfnisse: Das braucht dein Rottweiler
Ernährung
- Hochwertiges Futter: Proteinreich und ausgewogen, angepasst an Alter, Gewicht und Aktivitätslevel
- Portionskontrolle: Den Tagesbedarf genau berechnen und auf 2-3 Mahlzeiten verteilen
- Welpenernährung: Spezialfutter für große Rassen, um ein zu schnelles Wachstum zu vermeiden - langsames Wachstum schont die Gelenke
- Gelenkunterstützung: Glucosamin- und Chondroitin-Zusätze können nach Absprache mit dem Tierarzt sinnvoll sein
- Ruhe nach dem Fressen: Mindestens eine Stunde Ruhe nach der Mahlzeit, um das Risiko einer Magendrehung zu senken
- Kein Futter vom Tisch: Konsequent einhalten - übergewichtige Rottweiler haben deutlich mehr Gesundheitsprobleme
Soziale Bedürfnisse
Der Rottweiler ist ein zutiefst sozialer Hund, auch wenn er nach außen oft unnahbar wirkt:
- Enge Familienbindung: Er möchte immer in der Nähe seiner Menschen sein und braucht engen Familienanschluss
- Bezugsperson: Braucht mindestens eine feste Bezugsperson, die konsequent und fair mit ihm umgeht
- Sozialisierung: Regelmäßiger, positiver Kontakt mit anderen Menschen und Hunden - ein Leben lang
- Körperkontakt: Viele Rottweiler sind trotz ihrer Größe ausgesprochene Kuschelfreunde und suchen die körperliche Nähe
- Alleinsein: Muss schrittweise trainiert werden, maximal 4-5 Stunden am Stück
Wohnsituation
- Haus mit Garten ideal: Ein eingezäunter Garten bietet dem Rottweiler den Raum, den er braucht
- Zaun: Muss stabil und mindestens 1,60 m hoch sein
- Wohnungshaltung: Möglich, wenn der Bewegungsbedarf über Spaziergänge vollständig gedeckt wird, aber nicht ideal
- Kein Zwingerhund: Der Rottweiler gehört zur Familie und nicht in den Zwinger - Zwingerhaltung führt zu Verhaltensproblemen
- Treppen: Im Wachstum Treppensteigen vermeiden, bei erwachsenen Hunden eingeschränkt möglich
Kosten im Überblick
- Anschaffung (seriöser ADRK-Züchter): 1.500-2.500 Euro
- Futter: 80-120 Euro/Monat (großer Hund mit hohem Bedarf)
- Tierarzt (Vorsorge): 300-500 Euro/Jahr
- Versicherung (Haftpflicht + OP): 40-80 Euro/Monat (Haftpflicht in vielen Bundesländern Pflicht)
- Hundeschule/Training: 80-150 Euro/Monat (besonders in den ersten zwei Jahren dringend empfohlen)
- Hundesteuer: Je nach Gemeinde 50-900 Euro/Jahr (Listenhund-Zuschlag möglich)
- Zubehör: Stabiles Geschirr, Schleppleine, Liegeplatz in passender Größe - ca. 300-500 Euro Erstausstattung
Rottweiler aus dem Tierschutz
Auch im Tierschutz suchen Rottweiler und Rottweiler-Mischlinge ein liebevolles Zuhause. Häufig sind es Hunde, die aufgrund von Überforderung, falscher Haltung oder Veränderungen der Lebenssituation abgegeben wurden. Diese Hunde haben oft schon Grundkommandos gelernt, bringen aber manchmal auch Baustellen mit.
Worauf du achten solltest:
- Wesenstest: Lass den Hund durch einen erfahrenen Hundetrainer einschätzen
- Vorgeschichte: Erkundige dich beim Tierschutzverein ausführlich nach der Vergangenheit des Hundes
- Geduld mitbringen: Rottweiler aus dem Tierschutz brauchen Zeit, um Vertrauen aufzubauen
- Erfahrung notwendig: Ein Rottweiler aus dem Tierschutz ist in der Regel kein Hund für Anfänger
Die Schutzgebühr liegt je nach Verein bei 250-500 Euro. Spezialisierte Vereine wie "Rottweiler in Not e.V." vermitteln gezielt Rottweiler und können bei der Auswahl des passenden Hundes beraten.
Geschichte des Rottweilers: Vom römischen Treibhund zum modernen Begleiter
Der Rottweiler hat eine lange, faszinierende Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht:
- Ursprung: Die Vorfahren des Rottweilers kamen vermutlich mit den römischen Legionen über die Alpen nach Deutschland, wo sie als Treib- und Hütehunde eingesetzt wurden
- Namensgebung: Benannt nach der Stadt Rottweil in Baden-Württemberg, einem wichtigen mittelalterlichen Handelsplatz für Vieh
- Metzgerhund: In Rottweil wurde er als "Rottweiler Metzgerhund" bekannt - er trieb das Vieh zum Markt und bewachte die Einnahmen seiner Besitzer in einem Geldbeutel um den Hals
- Beinahe-Aussterben: Mit dem Verbot des Viehtreibens und der Industrialisierung im 19. Jahrhundert ging die Population drastisch zurück
- Renaissance: Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Rottweiler als Polizei- und Militärhund wiederentdeckt
- ADRK: Der Allgemeine Deutsche Rottweiler-Klub wurde 1921 gegründet und ist bis heute der maßgebliche Zuchtverein
- Heute: Der Rottweiler ist weltweit eine der beliebtesten und vielseitigsten Gebrauchshunderassen
Die Geschichte des Rottweilers erklärt viele seiner heutigen Eigenschaften: seine Treue zum Menschen, seinen Schutzinstinkt, seinen Arbeitswillen und seine Ausdauer sind das Erbe jahrhundertelanger Selektion auf genau diese Qualitäten.
Fazit: Ist der Rottweiler der richtige Hund für dich?
Der Rottweiler ist ein beeindruckender, loyaler und intelligenter Hund, der in den richtigen Händen ein wunderbarer Begleiter ist. Er ist kein "gefährlicher Hund" von Natur aus, sondern ein arbeitswilliger, treuer Partner, der eine klare Führung und viel Liebe braucht. Wer bereit ist, in seine Erziehung und Sozialisierung zu investieren, wird mit einem Hund belohnt, der unerschütterlich an der Seite seiner Familie steht.
Der Rottweiler passt zu dir, wenn du:
- Erfahrung mit großen, kräftigen Hunderassen hast
- Einen loyalen, selbstsicheren Begleiter suchst
- Bereit bist, konsequent und fair zu trainieren
- Ausreichend Zeit für Beschäftigung und Sozialisierung hast
- Einen Hund mit Wachinstinkt und starker Familienbindung schätzt
- Die gesetzlichen Auflagen in deinem Bundesland erfüllen kannst und willst
Der Rottweiler passt weniger zu dir, wenn du:
- Zum ersten Mal einen Hund hältst
- Einen pflegeleichten, unkomplizierten Anfängerhund suchst
- Wenig Zeit für Training und Beschäftigung aufbringen kannst
- Dich von einem kräftigen Hund überfordert fühlst
- Keine Lust hast, dich mit Rasselisten und gesetzlichen Auflagen auseinanderzusetzen
- Einen Hund suchst, der sich jedem Menschen sofort freudig zuwendet
Eines ist sicher: Wer sich bewusst und verantwortungsvoll für einen Rottweiler entscheidet, bekommt einen Hund, der seine Familie mit einer Hingabe liebt, die ihresgleichen sucht. Sein ruhiges Selbstbewusstsein, seine Treue und sein sanfter Kern machen ihn zu einem Hund, den man nie wieder missen möchte.
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