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Yorkshire Terrier

Yorkshire Terrier

Herkunft: England

Kleiner, mutiger Terrier mit seidigem Fell und selbstbewusstem Temperament.

Steckbrief

Größe

Klein

18-23 cm

Gewicht

2-3,5 kg

Lebenserwartung

13-16 Jahre

Aktivitätslevel

Moderat

Familienfreundlichkeit

Gut geeignet

Felltyp

Langhaar

Haarung

Wenig

Yorkshire Terrier: Klein, mutig und voller Charakter

Der Yorkshire Terrier - liebevoll auch "Yorkie" genannt - ist einer der kleinsten Hunde der Welt, aber mit Sicherheit einer der selbstbewusstesten. Mit seinem seidigen, bodenlangen Fell und seinem kecken Blick hat er sich von der Rattenfängerrasse der nordenglischen Arbeiterviertel zu einem der beliebtesten Begleithunde weltweit entwickelt. Hinter dem zierlichen Äußeren steckt ein waschechter Terrier: mutig, eigensinnig und mit einer Persönlichkeit, die weit größer ist als sein Körper.

Der Yorkshire Terrier verbindet das Beste aus zwei Welten: Er ist klein genug für die Stadtwohnung und charakterstark genug, um mit deutlich größeren Hunden mitzuhalten. Er ist anhänglich und verschmust, aber auch eigenständig und wachsam. Wer sich einen ruhigen Schoßhund wünscht, wird vom Yorkie überrascht sein - dieser kleine Hund hat erstaunlich viel Temperament und Energie.

In diesem ausführlichen Rasseportrait erfährst du alles, was du über den Yorkshire Terrier wissen musst - von seiner Größe und seinem Temperament über Fellpflege und Trainierbarkeit bis hin zu Gesundheitsaspekten und spezifischen Bedürfnissen.

Größe und Erscheinung: Elegant, zierlich und unverwechselbar

Der Yorkshire Terrier ist ein kleiner, kompakter Hund mit einer aufrechten, selbstbewussten Haltung. Trotz seiner geringen Größe strahlt er Eleganz und Stolz aus - ein Hund, der weiß, wie gut er aussieht.

Rassestandard

  • Schulterhöhe: 18-23 cm (kein offizieller Mindest- oder Höchstwert im FCI-Standard, aber das ist der typische Bereich)
  • Gewicht: Maximal 3,2 kg laut FCI-Standard, typisch sind 2-3,5 kg
  • Körperbau: Kompakt und gut proportioniert mit geradem Rücken und aufrechter Haltung
  • Kopf: Klein und flach mit mittellanger Schnauze, dunklen, funkelnden Augen und einem aufmerksamen, intelligenten Ausdruck
  • Ohren: Klein, V-förmig, aufrecht stehend und mit kurzem Fell bedeckt - die aufgestellten Ohren verleihen dem Yorkie seinen typischen wachen Ausdruck
  • Rute: Früher häufig kupiert, heute in Deutschland verboten. Die natürliche Rute ist mittellang und wird etwas über Rückenniveau getragen, reich behaart in einem dunkleren Blau als das Körperfell
  • Gang: Frei und selbstbewusst, mit gutem Schub aus der Hinterhand - der Yorkie bewegt sich trotz seiner Größe raumgreifend und elegant

Fellfarben

Das Fell des Yorkshire Terriers ist eines seiner auffälligsten Merkmale und folgt einem ganz bestimmten Farbmuster:

  • Steel Blue (Stahlblau): Ein dunkles, glänzendes Blaugrau, das sich vom Hinterkopf über den Rücken bis zur Schwanzwurzel erstreckt. Dieses Blau darf nicht mit Schwarz vermischt sein und sollte einen stahlblauen Glanz haben
  • Tan (Lohfarben): Ein sattes, warmes Goldbraun an Kopf, Brust, Beinen und unter der Rute. Das Tan sollte an den Haarwurzeln dunkler und zu den Spitzen hin heller werden
  • Welpenfarbe: Yorkshire Terrier werden schwarz-lohfarben geboren. Die Umfärbung zum typischen Stahlblau beginnt erst mit einigen Monaten und kann bis zu zwei Jahre dauern
  • Farbentwicklung: Nicht jeder Yorkie erreicht das perfekte Stahlblau - manche bleiben etwas dunkler oder entwickeln einen silbrigeren Ton. Für die Liebe zum Hund spielt das natürlich keine Rolle

Größenvarianten

Beim Yorkshire Terrier gibt es in der Praxis verschiedene Größen, obwohl der Rassestandard nur eine Variante kennt:

  • Standard-Yorkie: 2-3,5 kg - der ursprüngliche, gesunde Yorkshire Terrier gemäß Rassestandard
  • "Mini"- oder "Toy"-Yorkie: Unter 2 kg - diese besonders kleinen Exemplare werden von manchen Züchtern gezielt gezüchtet, sind aber anfälliger für gesundheitliche Probleme
  • "Teacup"-Yorkie: Unter 1,5 kg - hier ist höchste Vorsicht geboten! Extrem kleine Yorkies leiden häufig unter schwerwiegenden Gesundheitsproblemen und haben eine deutlich verkürzte Lebenserwartung

Wichtig: Seriöse Züchter lehnen die gezielte Zucht auf Verzwergung ("Teacup") ab. Ein gesunder Yorkshire Terrier wiegt mindestens 2 kg. Lass dich nicht von Bezeichnungen wie "Mini", "Toy" oder "Teacup" zu einem unüberlegten Kauf verleiten - hinter diesen Bezeichnungen steckt oft Qualzucht auf Kosten der Gesundheit.

Yorkshire Terrier mit seidigem Stahlblau-Tan-Fell und aufmerksamem Ausdruck

Temperament und Wesen: Großer Hund im kleinen Körper

Der Yorkshire Terrier hat ein Wesen, das in keinem Verhältnis zu seiner Größe steht. In seinem Kopf ist er kein kleiner Hund - er ist ein furchtloser Terrier mit der Persönlichkeit eines Großhundes:

  • Mutig und selbstbewusst: Der Yorkie kennt keine Angst und stellt sich auch deutlich größeren Hunden entgegen. Diese Tapferkeit ist bewundernswert, kann aber auch gefährlich werden - er überschätzt sich regelmäßig
  • Lebhaft und energiegeladen: Trotz seiner Größe ist der Yorkshire Terrier kein reiner Schoßhund. Er ist aktiv, neugierig und stets auf der Suche nach Abenteuer und Beschäftigung
  • Anhänglich und verschmust: Der Yorkie bindet sich eng an seine Bezugsperson und liebt Kuscheleinheiten. Er ist ein ausgesprochener "Ein-Mensch-Hund", der oft eine besonders enge Beziehung zu einer Person aufbaut
  • Wachsam und aufmerksam: Nichts entgeht dem Yorkshire Terrier. Er ist ein ausgezeichneter Alarmgeber, der jeden Besucher, jedes Geräusch und jede Veränderung in seiner Umgebung meldet - manchmal zum Leidwesen der Nachbarn
  • Eigensinnig und dickköpfig: Als echter Terrier hat der Yorkie seinen eigenen Kopf. Er entscheidet gerne selbst, was er tun möchte - und was nicht. Diese Eigenständigkeit macht ihn charmant, erfordert aber konsequente Erziehung
  • Intelligent und lernfähig: Hinter den dunklen Knopfaugen steckt ein kluger Kopf, der Zusammenhänge schnell begreift und erstaunlich geschickt darin ist, seinen Willen durchzusetzen
  • Territorial: Der Yorkshire Terrier verteidigt sein Revier und seine Menschen mit erstaunlicher Entschlossenheit - er nimmt seine Rolle als Beschützer sehr ernst

Der Terrier-Charakter

Man darf beim Yorkshire Terrier nie vergessen, dass er ein echter Terrier ist. Seine Vorfahren jagten Ratten in den Minen und Textilfabriken Nordenglands - und dieses Erbe zeigt sich bis heute:

  • Er hat einen natürlichen Jagdinstinkt, besonders gegenüber kleinen, sich schnell bewegenden Objekten
  • Er buddelt gerne im Garten und untersucht jede Ecke
  • Er ist schneller und wendiger als man vermuten würde
  • Er gibt nicht leicht auf, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat
  • Er hat ein erstaunliches Durchsetzungsvermögen für seine Größe

Ein wichtiger Hinweis zum Bellen

Der Yorkshire Terrier hat einen ausgeprägten Wachtrieb und neigt zum Bellen. Er meldet jeden Besucher, jeden Postboten und jedes verdächtige Geräusch - lautstark und ausdauernd. Dieses Verhalten muss von Anfang an in geregelte Bahnen gelenkt werden, besonders in der Wohnungshaltung. Ein Yorkie, dem das Bellen nie begrenzt wurde, kann zu einer echten Belastung für die Nachbarschaft werden.

Aktivitätslevel: Überraschend aktiv für seine Größe

Bewegungsbedarf

Der Yorkshire Terrier hat ein mittleres Aktivitätslevel, das viele Erstbesitzer überrascht. Er ist deutlich aktiver als sein Image als Schoßhund vermuten lässt, braucht aber aufgrund seiner geringen Größe nicht die stundenlangen Wanderungen eines Retrievers oder Hütehundes.

  • Täglicher Auslauf: 45-60 Minuten, aufgeteilt auf zwei bis drei Spaziergänge
  • Ideale Aktivitäten: Spaziergänge in abwechslungsreicher Umgebung, Suchspiele, Intelligenzspielzeug, kurze Apportiereinheiten, Tricktraining
  • Geistige Beschäftigung: 15-20 Minuten pro Tag gezielte Kopfarbeit - Suchspiele, Nasenarbeit, Tricktraining oder Futterspielzeug

Geeignete Beschäftigungen

Der Yorkshire Terrier ist trotz seiner Größe erstaunlich vielseitig in seinen Beschäftigungsmöglichkeiten:

  • Tricktraining: Der intelligente Yorkie lernt begeistert neue Tricks und Kunststücke. Seine Wendigkeit und Lernfreude machen ihn zum kleinen Zirkusstar
  • Nasenarbeit und Suchspiele: Seine Terrier-Nase liebt es, versteckte Leckerlis zu erschnüffeln. Suchspiele in der Wohnung oder im Garten sind eine ideale Beschäftigung, die ihn geistig auslastet
  • Mini-Agility: Es gibt spezielle Agility-Kurse für kleine Hunde, die dem wendigen Yorkie großen Spaß machen. Die niedrigen Hindernisse sind perfekt für seine Körpergröße
  • Spaziergänge und Erkundungstouren: Der Yorkshire Terrier erkundet seine Umgebung mit großer Neugier und liebt abwechslungsreiche Routen mit vielen neuen Eindrücken
  • Intelligenzspielzeug: Futterbälle, Schnüffelteppiche und Denkspiele halten seinen cleveren Kopf beschäftigt und sorgen für Auslastung auch an Regentagen
  • Dog Dancing: Die enge Bindung zu seinem Menschen und seine Lernfreude machen den Yorkie zu einem überraschend guten Partner für Dogdance-Choreographien
  • Begleitung im Alltag: Der Yorkshire Terrier liebt es, seinen Menschen überallhin zu begleiten - Stadtbummel, Cafébesuche und Ausflüge sind für ihn echte Abenteuer

Wichtig: Übertreibe es nicht mit der körperlichen Belastung. Die kurzen Beine und das geringe Gewicht des Yorkies bedeuten, dass er schneller erschöpft ist als größere Hunde. Achte auf Anzeichen von Müdigkeit und passe die Aktivität entsprechend an. Lange Wanderungen über mehrere Stunden sind für einen Yorkshire Terrier nicht geeignet - bei Bedarf kannst du eine Tragetasche für längere Strecken nutzen.

Ruhephasen

Der Yorkshire Terrier braucht trotz seiner Aktivität ausreichend Ruhe:

  • Erwachsene Yorkies benötigen 14-16 Stunden Schlaf und Ruhe pro Tag
  • Welpen und Senioren brauchen noch mehr Schlaf - bis zu 18-20 Stunden
  • Der Yorkie neigt dazu, sich selbst zu überreizen und nicht von alleine zur Ruhe zu kommen - feste Ruheplätze und Rituale helfen
  • Ein gemütlicher, warmer Schlafplatz ist für den kälteempfindlichen Yorkie besonders wichtig
  • Nach dem Toben und Spielen sollte eine klare Ruhephase folgen

Yorkshire Terrier beim aktiven Erkunden seiner Umgebung

Familienfreundlichkeit: Der charmante Begleiter mit Einschränkungen

Der Yorkshire Terrier ist ein guter Familienhund, allerdings mit einer wichtigen Einschränkung: Er ist für Familien mit sehr kleinen Kindern nur bedingt geeignet. Seine geringe Größe macht ihn verletzlich, und sein Terrier-Temperament verträgt sich nicht immer mit dem ungestümen Umgang kleiner Kinder.

Kinder und Yorkshire Terrier

  • Ältere Kinder (ab ca. 8 Jahren): Der Yorkie kann ein wunderbarer Spielkamerad für ältere Kinder sein, die verstehen, dass er behutsam behandelt werden muss. Gemeinsames Tricktraining und Spaziergänge stärken die Bindung
  • Kleine Kinder (unter 6 Jahren): Hier ist besondere Vorsicht geboten. Der zierliche Yorkie kann durch unbeabsichtigtes Fallen, Treten oder zu festes Anfassen ernsthaft verletzt werden. Umgekehrt kann ein verunsicherter Yorkie auch schnappen, wenn er sich bedrängt fühlt
  • Kleinkinder und Babys: Nicht ideal. Das Verletzungsrisiko für den kleinen Hund ist zu hoch, und die Wachsamkeit und das Bellen des Yorkies können Babys erschrecken
  • Grundregel: Kinder und Yorkshire Terrier niemals unbeaufsichtigt lassen. Kindern beibringen, den Hund respektvoll zu behandeln und seine Rückzugsorte zu akzeptieren

Zusammenleben mit anderen Haustieren

  • Andere Hunde: Der Yorkshire Terrier kann gut mit anderen Hunden zusammenleben, besonders wenn er früh sozialisiert wird. Vorsicht ist bei sehr großen Hunden geboten - der Yorkie überschätzt sich gerne und kann durch Raufspiele verletzt werden
  • Katzen: Bei gemeinsamer Aufzucht oder behutsamer Zusammenführung ist ein friedliches Zusammenleben möglich. Manche Yorkies jagen Katzen allerdings gerne
  • Kleintiere: Der Jagdinstinkt des Terriers macht das Zusammenleben mit Hamstern, Meerschweinchen oder Kaninchen problematisch. Direkter Kontakt sollte vermieden werden
  • Vögel: Hier ist besondere Vorsicht geboten - der Jagdtrieb kann durchschlagen

Für wen ist der Yorkshire Terrier besonders geeignet?

  • Einzelpersonen und Paare: Die einen anhänglichen, charakterstarken Begleiter suchen
  • Ältere Menschen: Die einen aktiven, aber nicht überfordernden Hund möchten - der Yorkie ist klein genug für die Wohnungshaltung, aber lebhaft genug, um den Alltag zu bereichern
  • Wohnungsbesitzer: Der Yorkshire Terrier ist ideal für die Wohnungshaltung - bei ausreichend Auslauf und Beschäftigung
  • Berufstätige mit flexiblen Arbeitszeiten: Der Yorkie kann gut in den Arbeitsalltag integriert werden und ist ein beliebter Bürohund
  • Familien mit älteren Kindern: Die einen kleinen, lebhaften und lernfreudigen Hund suchen
  • Allergiker: Der Yorkshire Terrier verliert kaum Haare und wird oft als "hypoallergen" bezeichnet - allerdings gibt es keine hundertprozentig allergenfreie Hunderasse

Weniger geeignet für

  • Familien mit sehr kleinen Kindern: Das Verletzungsrisiko für den zierlichen Hund ist zu hoch
  • Menschen, die absolute Ruhe suchen: Der Yorkie kann ein Kläffer sein, wenn er nicht konsequent erzogen wird
  • Besitzer großer, ungestümer Hunde: Der Größenunterschied kann beim Spielen gefährlich werden
  • Menschen, die keine Fellpflege mögen: Das lange Seidenhaar braucht regelmäßige, intensive Pflege
  • Outdoor-Enthusiasten, die stundenlange Wanderungen planen: Der Yorkie ist kein Ausdauersportler und bei extremen Wetterbedingungen empfindlich

Felltyp und Fellpflege: Seidiger Glanz mit hohem Pflegeanspruch

Das Yorkshire-Terrier-Fell

Das Fell des Yorkshire Terriers ist einzigartig in der Hundewelt und ähnelt in seiner Struktur eher menschlichem Haar als typischem Hundefell:

  • Felltyp: Langes, seidiges, glattes Einzelhaar ohne Unterwolle - das Fell wächst kontinuierlich, ähnlich wie menschliches Haar
  • Textur: Fein, glänzend und seidenweich - ein gesundes Yorkie-Fell fühlt sich an wie feine Seide und glänzt wunderschön
  • Haarverlust: Der Yorkshire Terrier haart kaum bis gar nicht - ein großer Vorteil für die Wohnungshaltung und ein Grund für seine Beliebtheit bei Allergikern
  • Wachstum: Das Fell wächst ununterbrochen und kann bei ausbleibendem Schnitt bodenlang werden - die typische Showfrisur mit dem Mittelscheitel und den bodenlangen Haaren ist allerdings im Alltag unpraktisch
  • Keine Unterwolle: Der Yorkie besitzt keine isolierende Unterwolle, was ihn kälteempfindlich macht. Im Winter ist ein Hundemantel oder Hundepullover oft sinnvoll

Fellpflege-Routine

Die Fellpflege beim Yorkshire Terrier ist aufwendig und zeitintensiv, unabhängig davon, ob du das Fell lang oder kurz trägst:

Tägliche Pflege (Langhaarfrisur, 10-15 Minuten)

  • Vorsichtiges Durchkämmen des gesamten Fells mit einem feinzinkigen Metallkamm
  • Verfilzungen und Knoten sofort und vorsichtig lösen - am besten mit den Fingern und etwas Entfilzungsspray vorarbeiten
  • Besondere Aufmerksamkeit für die Problemzonen: hinter den Ohren, unter den Achseln, im Brustbereich und um die Pfoten
  • Das Kopfhaar mit einer Schleife oder einem Haargummi aus den Augen halten - dies ist nicht nur Dekoration, sondern wichtig für die Sicht und zur Vorbeugung von Augenreizungen

Wöchentliche Pflege (auch bei Kurzhaarschnitt, 5-10 Minuten)

  • Gründliches Bürsten und Kämmen des gesamten Fells
  • Kontrolle auf Verfilzungen, Parasiten und Hautirritationen
  • Bart und Schnauze reinigen - hier verfängt sich gerne Futter
  • Augenpartie reinigen und kontrollieren - Yorkies neigen zu Tränenflecken

Alle 4-6 Wochen

  • Baden mit einem milden, feuchtigkeitsspendenden Hundeshampoo und anschließend einer Spülung oder einem Conditioner
  • Das Yorkie-Fell profitiert enorm von einer guten Pflege- oder Spülungskur, die es geschmeidig und glänzend hält
  • Gründliches Föhnen nach dem Bad - der Yorkie darf nicht nass auskühlen

Alle 6-8 Wochen (bei Kurzhaarschnitt)

  • Professionelles Nachschneiden beim Hundefriseur oder in Eigenregie
  • Beliebte Alltagsfrisuren: "Welpenschnitt" (Puppy Cut) - gleichmäßig kurz am ganzen Körper, "Teddybärschnitt" - etwas länger mit rundem Kopf, oder "Sommerschnitt" - besonders kurz für die warmen Monate
  • Pfoten und Pfotenhaare kürzen
  • Bauchhaare und Intimbereich hygienisch trimmen

Regelmäßig

  • Ohrenpflege: Die Haare im Gehörgang vorsichtig entfernen (vom Tierarzt oder Hundefriseur zeigen lassen) und die Ohren auf Entzündungen kontrollieren
  • Zahnpflege: Besonders wichtig beim Yorkie! Die kleinen Kiefer sind anfällig für Zahnprobleme. Tägliches Zähneputzen mit einer kleinen Hundezahnbürste und Hundezahnpasta ist ideal, mindestens aber 2-3 Mal pro Woche
  • Krallenpflege: Die Krallen regelmäßig kürzen - kleine Hunde nutzen ihre Krallen weniger natürlich ab als große Hunde
  • Augenreinigung: Täglich die Augenwinkel mit einem feuchten, fusselfreien Tuch reinigen, um Tränenflecken vorzubeugen

Tipp: Gewöhne deinen Yorkshire Terrier von Welpenalter an die umfangreiche Fellpflege. Mache das Bürsten, Kämmen und Baden zu einem positiven Ritual mit Leckerlis und Lob. Wenn du nicht bereit bist, das Fell in seiner vollen Länge zu pflegen, ist ein pflegeleichter Kurzhaarschnitt die bessere Wahl - dein Yorkie sieht trotzdem bezaubernd aus und du sparst täglich Zeit.

Yorkshire Terrier mit langem, gepflegtem Seidenhaar - das Markenzeichen der Rasse

Trainierbarkeit: Clever, aber eigensinnig

Die Wahrheit über das Yorkshire-Terrier-Training

Der Yorkshire Terrier ist ein intelligenter und lernfähiger Hund, der schnell begreift, was von ihm erwartet wird. Allerdings unterscheidet sich sein Trainingsverhalten deutlich von dem kooperativer Rassen wie dem Golden Retriever oder dem Pudel. Der Yorkie lernt nicht, weil er seinem Menschen gefallen will - er lernt, wenn er einen Vorteil darin erkennt.

  • Intelligent und geschickt: Der Yorkie erfasst neue Aufgaben schnell und zeigt dabei erstaunliche Problemlösungsfähigkeiten
  • Eigensinnig: Er entscheidet gerne selbst, ob er einem Kommando folgt oder nicht. "Was habe ich davon?" ist seine Grundhaltung beim Training
  • Motivierbar: Die richtige Motivation - hochwertige Leckerlis, Spielzeug, Lob - kann auch den dickköpfigsten Yorkie zur Mitarbeit bewegen
  • Kurze Aufmerksamkeitsspanne: Trainingseinheiten sollten kurz und abwechslungsreich sein - fünf konzentrierte Minuten sind effektiver als zwanzig langweilige
  • Sensibel: Trotz seines forschen Auftretens ist der Yorkie sensibel. Harsche Korrekturen und lautes Schimpfen verunsichern ihn und zerstören sein Vertrauen
  • Manipulativ: Das klingt übertrieben, aber Yorkies sind erstaunlich geschickt darin, ihre Menschen um den Finger zu wickeln. Sie lernen schnell, welches Verhalten zu Aufmerksamkeit, Leckerlis oder Nachgeben führt

Trainingstipps für Yorkshire-Terrier-Besitzer

  1. Konsequenz ist der Schlüssel: Der größte Fehler bei der Yorkie-Erziehung ist Inkonsequenz. Was heute verboten ist, muss auch morgen verboten sein - egal wie süß er schaut
  2. Positive Verstärkung: Belohne gewünschtes Verhalten sofort und großzügig. Leckerlis, Lob und Spiel sind die besten Motivatoren
  3. Kurze Einheiten: Trainiere in kurzen, spielerischen Einheiten von 3-5 Minuten. Beende das Training immer mit einem Erfolg
  4. Frühzeitig beginnen: Die Sozialisierung und Grundübungen sollten vom ersten Tag an starten. Jeder Tag ohne Training ist ein verlorener Tag
  5. Bellen kontrollieren: Bringe dem Yorkie von Anfang an ein "Leise"-Kommando bei. Übermäßiges Bellen ist einer der häufigsten Problemverhaltensweisen
  6. Sozialisierung: Ganz besonders wichtig! Mache den Yorkie mit möglichst vielen Menschen, Hunden, Geräuschen und Umgebungen vertraut. Ohne gute Sozialisierung neigt er zu Angstaggression und übermäßigem Bellen
  7. Keine "Kleine-Hunde-Ausnahmen": Behandle deinen Yorkie wie einen großen Hund. Was bei einem Schäferhund inakzeptabel wäre (Anspringen, Bellen, Knurren), ist es auch beim Yorkie
  8. Stubenreinheit geduldig trainieren: Yorkshire Terrier gelten als etwas schwieriger stubenrein zu bekommen. Die kleine Blase braucht häufigere Gänge nach draußen, und Geduld ist gefragt

Häufige Herausforderungen

  • "Kleiner-Hund-Syndrom": Wenn ein Yorkie nicht konsequent erzogen wird, entwickelt er schnell problematisches Verhalten - ständiges Bellen, Schnappen, Ressourcenverteidigung und Dominanz gegenüber Menschen und Hunden. Dieses Verhalten wird oft als "süß" oder "lustig" abgetan, ist aber ernst zu nehmen
  • Übermäßiges Bellen: Der natürliche Wachtrieb kann ohne Training zum Dauerbellen eskalieren. Konsequentes Training und ausreichend Beschäftigung sind die beste Vorbeugung
  • Stubenreinheit: Die kleine Blase und der starke Wille machen das Stubenreinheitstraining manchmal zur Geduldsprobe. Konsequentes Rausgehen, feste Zeiten und Lob bei jedem Erfolg sind der Weg zum Ziel
  • Trennungsangst: Der anhängliche Yorkie muss das Alleinsein schrittweise und behutsam lernen. Ohne Training kann er bei Abwesenheit seiner Bezugsperson bellen, zerstören oder unsauber werden
  • Leinenführigkeit: Der kleine Hund zieht an der Leine überraschend kräftig und möchte bestimmen, wohin es geht. Konsequentes Leinentraining von Anfang an spart viel Ärger
  • Ressourcenverteidigung: Manche Yorkies bewachen ihr Futter, ihr Spielzeug oder ihren Liegeplatz aggressiv. Dieses Verhalten muss frühzeitig und professionell angegangen werden

Gesundheitsaspekte: Worauf du achten solltest

Lebenserwartung

  • Durchschnitt: 13-16 Jahre
  • Bei guter Pflege: Viele Yorkshire Terrier werden 15-16 Jahre alt, Einzelfälle sogar älter
  • Einflussfaktoren: Genetik, Größe (sehr kleine Yorkies leben oft kürzer), Zahngesundheit, Ernährung und regelmäßige Vorsorge

Der Yorkshire Terrier ist grundsätzlich ein recht robuster kleiner Hund mit einer guten Lebenserwartung. Allerdings gibt es einige rassetypische Gesundheitsrisiken, die du kennen solltest.

Rassetypische Erkrankungen

Häufig

  • Patellaluxation (Kniescheibenverrenkung): Die häufigste orthopädische Erkrankung beim Yorkshire Terrier. Die Kniescheibe springt aus ihrer natürlichen Position und verursacht Lahmheit und Schmerzen. In schweren Fällen ist eine Operation erforderlich. Seriöse Züchter lassen die Elterntiere auf Patellaluxation untersuchen
  • Zahnprobleme: Der Yorkshire Terrier ist besonders anfällig für Zahnstein, Zahnfleischentzündungen und frühzeitigen Zahnverlust. Der kleine Kiefer bietet wenig Platz, Milchzähne fallen manchmal nicht von alleine aus (persistierende Milchzähne), und die Zähne stehen häufig eng zusammen. Regelmäßige Zahnpflege und professionelle Zahnreinigung beim Tierarzt sind unerlässlich
  • Trachealkollaps (Luftröhrenkollaps): Eine Schwäche der Knorpelringe der Luftröhre, die zu chronischem Husten und Atemnot führen kann. Typisch ist ein "Gänsehupen"-Geräusch beim Husten. Verwende statt eines Halsbandes immer ein Geschirr, um den Druck auf die Luftröhre zu minimieren
  • Hypoglykämie (Unterzuckerung): Besonders bei Welpen und sehr kleinen Yorkies ein ernstes Problem. Anzeichen sind Zittern, Schwäche, Desorientierung und im schlimmsten Fall Krampfanfälle. Regelmäßige, kleine Mahlzeiten und das Mitführen von Traubenzucker oder Honig für Notfälle sind wichtig

Gelegentlich

  • Portosystemischer Shunt (Lebershunt): Eine angeborene Gefäßmissbildung, bei der das Blut an der Leber vorbeigeführt wird. Betroffene Hunde zeigen Wachstumsstörungen, Erbrechen, Desorientierung und Krampfanfälle. Eine frühzeitige Diagnose und chirurgische Behandlung sind entscheidend
  • Legg-Calvé-Perthes-Krankheit: Eine Durchblutungsstörung des Oberschenkelkopfes, die vor allem bei jungen Yorkies auftritt und zu Lahmheit und Schmerzen führt. Die Behandlung erfolgt in der Regel operativ
  • Progressive Retinaatrophie (PRA): Eine fortschreitende Augenerkrankung, die zur Erblindung führen kann. Ein Gentest bei den Elterntieren kann das Risiko ausschließen
  • Distichiasis: Fehlgewachsene Wimpern, die das Auge reizen und zu Tränenfluss und Entzündungen führen. Kann chirurgisch behandelt werden
  • Hydrozephalus (Wasserkopf): Kommt vor allem bei sehr kleinen Yorkies vor. Eine Ansammlung von Hirnflüssigkeit verursacht einen vergrößerten Schädel, Drucksymptome und neurologische Auffälligkeiten

Gesundheitsvorsorge

  • Züchterauswahl: Nur bei seriösen Züchtern kaufen, die auf Patellaluxation, PRA und Lebershunt testen. Beim VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) gelistete Züchter müssen strenge Gesundheitsauflagen erfüllen
  • Zahnpflege: Die wichtigste Gesundheitsmaßnahme beim Yorkie! Tägliches Zähneputzen, regelmäßige Zahnkontrolle beim Tierarzt und bei Bedarf professionelle Zahnreinigung unter Narkose
  • Gewichtskontrolle: Übergewicht ist auch beim kleinen Yorkie ein ernstes Problem und belastet die ohnehin anfälligen Kniegelenke zusätzlich. Schon 200-300 Gramm zu viel können bei einem 3-kg-Hund einen großen Unterschied machen
  • Geschirr statt Halsband: Zum Schutz der empfindlichen Luftröhre immer ein gut sitzendes Brustgeschirr verwenden - niemals am Halsband ziehen oder zerren
  • Regelmäßige Tierarztbesuche: Mindestens einmal jährlich zur Vorsorge, ab dem 8. Lebensjahr halbjährlich
  • Impfungen und Parasitenschutz: Nach dem vom Tierarzt empfohlenen Impfplan. Bei der Dosierung von Parasitenmitteln auf die exakte Gewichtsangabe achten - bei kleinen Hunden ist Überdosierung ein Risiko
  • Kälteschutz: Im Winter einen Hundemantel anziehen - der Yorkie ohne Unterwolle friert schnell
  • Vorsicht vor Stürzen: Schon ein Sprung vom Sofa kann bei einem kleinen Yorkie zu Knochenbrüchen führen. Stufen oder Rampen als Aufstiegshilfe anbieten

Spezifische Bedürfnisse: Das braucht dein Yorkshire Terrier

Ernährung

  • Hochwertiges Futter: Speziell für kleine Rassen formuliert, mit kleinen Kroketten, die der kleine Kiefer gut aufnehmen kann
  • Mehrere kleine Mahlzeiten: 3-4 Mahlzeiten pro Tag, besonders bei Welpen und sehr kleinen Yorkies, um Unterzuckerung vorzubeugen
  • Portionskontrolle: Der tägliche Futterbedarf eines Yorkies ist gering - schon kleine Mengen zu viel führen schnell zu Übergewicht. Leckerlis bei der Tagesration berücksichtigen
  • Zahnfreundliche Kauartikel: Spezielle Dental-Snacks und Kauartikel für kleine Hunde unterstützen die Zahnreinigung
  • Frisches Wasser: Immer zugänglich, eventuell in einem erhöhten Napf für bessere Erreichbarkeit
  • Allergien beachten: Manche Yorkies reagieren empfindlich auf bestimmte Proteinquellen - bei Hautproblemen oder Verdauungsstörungen eine Ausschlussdiät in Betracht ziehen
  • Kein Menschenessen: Der verlockende Blick des Yorkies verführt zum Teilen - aber viele Lebensmittel sind für Hunde schädlich und die kleinen Portionen summieren sich bei einem 3-kg-Hund schnell

Soziale Bedürfnisse

Der Yorkshire Terrier ist ein ausgeprägter Begleithund mit starkem Bindungsbedürfnis:

  • Enger Kontakt zur Bezugsperson: Der Yorkie möchte am liebsten rund um die Uhr bei seinem Menschen sein. Er ist der perfekte Begleiter für den Alltag und fühlt sich als Einzelhund in einer engen Mensch-Hund-Beziehung am wohlsten
  • Nicht zu lange allein: Maximal 4-5 Stunden allein lassen, nach schrittweiser Gewöhnung. Der Yorkie leidet unter Einsamkeit und kann bei zu langer Abwesenheit Verhaltensprobleme entwickeln
  • Sozialkontakte mit Artgenossen: Regelmäßiger Kontakt mit freundlichen, nicht zu großen Hunden ist wichtig. Spielgruppen für kleine Hunde sind ideal
  • Menschliche Zuwendung: Der Yorkie braucht tägliche Aufmerksamkeit, Kuscheleinheiten und Interaktion. Ein Hund, der nur nebenbei existiert, ist kein glücklicher Yorkie
  • Mitnahme erwünscht: Der transportable Yorkie lässt sich wunderbar in den Alltag integrieren - und genau das möchte er auch

Wohnsituation

  • Ideal für die Wohnungshaltung: Der Yorkshire Terrier ist aufgrund seiner Größe perfekt für die Wohnungshaltung geeignet - vorausgesetzt, er bekommt genug Auslauf und Beschäftigung
  • Haus mit Garten möglich: Ein sicher eingezäunter Garten ist ein netter Bonus, aber keine Voraussetzung. Achtung: Der Zaun muss auch am Boden dicht sein - der kleine Yorkie findet jede Lücke
  • Stadtwohnung: Funktioniert hervorragend, wenn das Bellen unter Kontrolle ist und regelmäßige Spaziergänge gewährleistet sind
  • Treppen: Viele Treppen können für die kleinen Gelenke auf Dauer belastend sein - bei höheren Stockwerken den Yorkie die Treppen hoch- und runtertragen oder einen Aufzug nutzen
  • Kälte- und Nässeschutz: Die Wohnung sollte warm sein, zugfreie Liegeplätze haben und der Yorkie sollte bei schlechtem Wetter entsprechend geschützt werden
  • Sicherung der Wohnung: Kleine Gegenstände, Kabel, giftige Pflanzen und Spalten hinter Möbeln sichern - der neugierige Yorkie untersucht alles

Kosten im Überblick

  • Anschaffung (seriöser Züchter mit Gesundheitstests): 1.200-2.000 Euro
  • Futter: 30-50 Euro/Monat (hochwertiges Futter für kleine Rassen)
  • Tierarzt (Vorsorge): 200-400 Euro/Jahr
  • Zahnreinigung (professionell): 150-400 Euro pro Behandlung (oft jährlich nötig)
  • Hundefriseur: 30-60 Euro alle 6-8 Wochen (bei professionellem Schnitt)
  • Versicherung: 20-40 Euro/Monat (OP-Versicherung empfohlen wegen Patellaluxation)
  • Hundeschule: 40-80 Euro/Monat (im ersten Jahr besonders empfohlen)
  • Zubehör: Geschirr, Leinen, Pflegebürsten, Hundebett, Zahnpflegeartikel, Transporttasche - ca. 200-350 Euro Erstausstattung
  • Kleidung: Wintermantel und Regenmantel - ca. 30-80 Euro

Der Yorkshire Terrier aus dem Tierschutz

Auch im Tierschutz suchen Yorkshire Terrier und Yorkie-Mischlinge regelmäßig ein neues Zuhause. Häufige Abgabegründe sind die Unterschätzung des Pflegeaufwands, unerwünschtes Bellen, veränderte Lebensumstände oder gesundheitliche Probleme des Halters.

Ein Yorkshire Terrier aus dem Tierschutz kann ein wundervoller Begleiter sein, wenn du Folgendes beachtest:

  • Hintergrund erfragen: Welche Erfahrungen hat der Hund gemacht? Warum wurde er abgegeben? Wie verhält er sich gegenüber Menschen, Kindern und anderen Tieren?
  • Gesundheitscheck: Lasse den Hund gründlich untersuchen, insbesondere Knie (Patellaluxation), Zähne und Leber
  • Verhaltenscheck: Viele Yorkies aus dem Tierschutz haben Erziehungslücken oder Verhaltensprobleme, die mit Geduld und professioneller Hilfe aber gut aufzuarbeiten sind
  • Geduld mitbringen: Ein Yorkie aus dem Tierschutz braucht Zeit, um Vertrauen zu fassen und sich an sein neues Zuhause zu gewöhnen
  • Professionelle Hilfe: Ein erfahrener Hundetrainer kann den Übergang begleiten und bei Verhaltensproblemen unterstützen
  • Schutzgebühr: In der Regel 150-350 Euro

Geschichte des Yorkshire Terriers: Vom Rattenfänger zum Modehund

Die Geschichte des Yorkshire Terriers ist eine faszinierende Reise von den dunklen Minen und Textilfabriken Nordenglands in die Salons der feinen Gesellschaft:

  • Ursprung: Mitte des 19. Jahrhunderts in der nordenglischen Grafschaft Yorkshire - daher der Name. Die Region war geprägt von Kohlebergbau und Textilindustrie
  • Entstehung: Der Yorkshire Terrier entstand durch die Kreuzung verschiedener kleiner Terrier-Rassen, die schottische Arbeiter bei ihrer Migration nach Yorkshire mitbrachten. Zu den Vorfahren zählen der Clydesdale Terrier, der Paisley Terrier, der Skye Terrier und vermutlich der Malteser
  • Ursprüngliche Aufgabe: Ratten- und Mäusejagd in den Minen, Textilfabriken und Wohnungen der Arbeiterfamilien. Der kleine, wendige Terrier konnte in Löcher und Spalten vordringen, die für größere Hunde unzugänglich waren
  • Huddersfield Ben: Der 1865 geborene Rüde "Huddersfield Ben" gilt als Stammvater der modernen Rasse. Er gewann zahlreiche Ausstellungen und Rattenbeißwettbewerbe und prägte den Typ des Yorkshire Terriers entscheidend
  • Aufstieg in die Gesellschaft: Im Laufe der viktorianischen Ära entdeckte die gehobene Gesellschaft den hübschen kleinen Terrier mit dem seidigen Fell. Er wandelte sich vom robusten Arbeitshund zum begehrten Gesellschaftshund der feinen Damen
  • Offizielle Anerkennung: 1886 wurde der Yorkshire Terrier vom britischen Kennel Club als eigene Rasse anerkannt
  • Größenentwicklung: Die ursprünglichen Yorkshire Terrier waren deutlich größer als die heutigen - bis zu 6 kg. Im Laufe der Jahrzehnte wurde gezielt auf kleinere Größe gezüchtet
  • Weltweite Verbreitung: Im 20. Jahrhundert eroberte der Yorkie die ganze Welt und ist heute eine der beliebtesten Kleinhunderassen überhaupt

Eine besondere Geschichte verdient Erwähnung: "Smoky", ein Yorkshire Terrier, der im Zweiten Weltkrieg als Kriegshund diente. Der nur 1,8 kg schwere Hund begleitete den US-Soldaten Bill Wynne durch den Pazifikkrieg, überlebte 150 Luftangriffe und wurde zum Therapiehund für verwundete Soldaten - ein Beweis für die Tapferkeit und Anpassungsfähigkeit dieser kleinen Rasse.

Fazit: Ist der Yorkshire Terrier der richtige Hund für dich?

Der Yorkshire Terrier ist ein außergewöhnlicher kleiner Hund mit großer Persönlichkeit, der das Leben seiner Menschen mit Charme, Lebensfreude und bedingungsloser Treue bereichert. Er ist kein anspruchsloser Schoßhund - er ist ein echter Terrier, der Konsequenz, Pflege und Beschäftigung braucht.

Der Yorkshire Terrier passt zu dir, wenn du:

  • Einen kleinen, selbstbewussten und charakterstarken Begleiter suchst
  • In einer Wohnung lebst und einen Hund suchst, der wenig Platz braucht und kaum haart
  • Bereit bist, regelmäßig und gründlich Fellpflege zu betreiben
  • Konsequenz in der Erziehung mitbringst und den Terrier-Charakter wertschätzt
  • Viel Zeit mit deinem Hund verbringen möchtest und ihn gerne überallhin mitnimmst
  • Einen aufmerksamen, wachsamen Hund möchtest, der dich auf Schritt und Tritt begleitet
  • Die Zahnpflege ernst nimmst und regelmäßige Tierarztbesuche einplanst

Der Yorkshire Terrier passt weniger zu dir, wenn du:

  • Kleine Kinder hast, die den zierlichen Hund verletzen könnten
  • Einen gehorsamen, leicht erziehbaren Hund ohne Eigensinn suchst
  • Wenig Geduld für Fellpflege und Zahnpflege aufbringen möchtest
  • In einer hellhörigen Wohnung lebst und keine konsequente Anti-Bell-Erziehung durchhalten kannst
  • Einen sportlichen Begleiter für lange Wanderungen oder Joggingrunden suchst
  • Keinen Hund möchtest, der ständig in deiner Nähe sein will

Eines ist sicher: Wer sich für einen Yorkshire Terrier entscheidet und ihm die liebevolle, konsequente Führung gibt, die er braucht, bekommt einen unvergleichlichen Begleiter. Der Yorkie mag klein sein, aber sein Herz, sein Mut und seine Loyalität sind riesengroß. Er wird dein Leben mit seiner einzigartigen Persönlichkeit bereichern - und dich jeden Tag aufs Neue mit seinem Charme und seiner Lebensfreude zum Lächeln bringen.

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