Impfungen & Grundimmunisierung
Impfungen schützen deinen Hund vor lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten wie Staupe, Parvovirose und Tollwut. Die Grundimmunisierung beginnt im Welpenalter und wird durch regelmäßige Auffrischungen ein Leben lang aufrechterhalten. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt sogenannte Core-Impfungen für jeden Hund.

Inhaltsverzeichnis
Warum Impfen so wichtig ist
Noch vor wenigen Jahrzehnten waren Staupe und Parvovirose gefürchtete Hundekrankheiten mit hoher Sterblichkeit. Dass diese Erkrankungen heute selten geworden sind, verdanken wir ausschließlich flächendeckenden Impfungen. Doch die Erreger sind nicht verschwunden – sie lauern weiter in der Umwelt und brechen dort aus, wo die Durchimpfungsrate sinkt. Eine Impfung schützt nicht nur den einzelnen Hund, sondern trägt zur Herdenimmunität bei und schützt damit auch Welpen, die noch keinen vollständigen Impfschutz haben. Impfen ist gelebter Tierschutz.
Core-Impfungen: Pflicht für jeden Hund
Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) unterscheidet zwischen Core- und Non-Core-Impfungen. Core-Impfungen gelten als Pflichtimpfungen für jeden Hund – unabhängig von Alter, Haltung oder Lebenssituation. Dazu zählen Staupe, Parvovirose, Leptospirose, HCC (ansteckende Leberentzündung) und Tollwut. Diese fünf Impfungen schützen vor Krankheiten, die oft tödlich verlaufen, schwer behandelbar oder auf den Menschen übertragbar sind. Tollwut ist in Deutschland zudem Voraussetzung für Auslandsreisen und im EU-Heimtierausweis zwingend einzutragen.
Grundimmunisierung beim Welpen
Welpen erhalten von der Mutter über die Muttermilch (Kolostrum) einen Nestschutz gegen viele Erreger. Dieser Schutz lässt ab der achten bis zwölften Lebenswoche nach – genau dann beginnt die Grundimmunisierung. Der klassische Impfplan sieht Impfungen in der achten, zwölften und sechzehnten Lebenswoche vor, gefolgt von einer abschließenden Auffrischung im 15. Lebensmonat. Diese Staffelung ist kein Zufall: Erst mehrere Impfungen im richtigen Abstand bauen einen stabilen, langjährigen Schutz auf. Halte die Termine unbedingt ein – eine Lücke kann den gesamten Impfschutz gefährden.
Wiederholungsimpfungen und Impfintervalle
Nach abgeschlossener Grundimmunisierung werden die Impfungen in unterschiedlichen Abständen aufgefrischt. Tollwut hält je nach Impfstoff ein bis drei Jahre, Leptospirose muss jährlich nachgeimpft werden, weil der Schutz schnell nachlässt. Staupe, Parvovirose und HCC werden alle drei Jahre aufgefrischt. Dein Tierarzt erstellt einen individuellen Impfplan, der sich am jeweiligen Impfstoff, dem Alter deines Hundes und seiner Lebenssituation orientiert. Antikörpertiter-Bestimmungen können in Einzelfällen zeigen, ob eine Auffrischung wirklich nötig ist.
Non-Core-Impfungen: je nach Bedarf
Non-Core-Impfungen werden nur dann empfohlen, wenn ein individuelles Risiko besteht. Dazu zählt die Zwingerhusten-Impfung (Bordetella bronchiseptica und Parainfluenza) für Hunde, die viel Kontakt zu Artgenossen haben – etwa in Hundeschulen, Hundepensionen oder auf Ausstellungen. Die Borreliose-Impfung kann in Zeckengebieten sinnvoll sein. Für Auslandsreisen in südeuropäische Länder kommen gegebenenfalls Leishmaniose oder Babesiose hinzu. Sprich offen mit deinem Tierarzt über den Alltag deines Hundes – so entsteht ein Impfplan, der genau zu eurem Leben passt.
Impfpass und EU-Heimtierausweis
Jede Impfung wird im Impfpass oder EU-Heimtierausweis dokumentiert. Im Ausweis stehen Chipnummer, Impfstoff, Impfdatum und die Unterschrift des Tierarztes. Bewahre den Ausweis sicher auf und nimm ihn zu jedem Tierarztbesuch mit. Für Reisen innerhalb der EU ist der EU-Heimtierausweis mit gültiger Tollwutimpfung zwingend vorgeschrieben – die Erstimpfung muss mindestens 21 Tage vor dem Grenzübertritt erfolgt sein. Ohne gültigen Tollwutschutz drohen an der Grenze Quarantäne, Bußgelder oder die Rückweisung.
Praxis-Tipps: Impfungen & Grundimmunisierung
- ✓Core-Impfungen (Pflicht): Staupe, Parvovirose, Leptospirose, HCC und Tollwut
- ✓Grundimmunisierung Welpe: 8., 12. und 16. Lebenswoche sowie Abschluss im 15. Monat
- ✓Tollwut alle 1 bis 3 Jahre, Leptospirose jährlich, Staupe und Parvo alle 3 Jahre auffrischen
- ✓Non-Core-Impfungen nur bei individuellem Risiko (Zwingerhusten, Borreliose, Leishmaniose)
- ✓EU-Heimtierausweis immer aufbewahren – ohne gültigen Tollwutschutz kein Grenzübertritt
- ✓Nach der Impfung den Hund 24 Stunden beobachten und schonen
- ✓Titerbestimmung kann in Einzelfällen unnötige Auffrischungen vermeiden
Häufige Fragen zu Impfungen & Grundimmunisierung
Welche Impfungen braucht mein Hund wirklich?▼
Die Core-Impfungen gegen Staupe, Parvovirose, Leptospirose, HCC und Tollwut werden für jeden Hund empfohlen. Zusätzlich kann je nach Lebenssituation eine Impfung gegen Zwingerhusten (bei Kontakt mit vielen Hunden) oder Borreliose (in Zeckengebieten) sinnvoll sein. Dein Tierarzt erstellt einen individuellen Impfplan.
Sind Impfungen gefährlich für meinen Hund?▼
Moderne Hundeimpfstoffe sind gut verträglich. Leichte Reaktionen wie Müdigkeit oder eine kleine Schwellung an der Impfstelle für ein bis zwei Tage sind normal. Schwere Impfreaktionen sind sehr selten. Der Nutzen überwiegt die Risiken deutlich – die Krankheiten, gegen die geimpft wird, verlaufen oft tödlich.
Kann ich Impfungen auslassen, wenn mein Hund nur im Haus lebt?▼
Nein. Auch reine Wohnungshunde können sich anstecken – Erreger gelangen über Schuhe, Kleidung oder andere Tiere ins Haus. Leptospirose-Bakterien kommen in vielen Pfützen vor, Parvoviren sind extrem widerstandsfähig und überleben monatelang in der Umwelt. Die Core-Impfungen sind für jeden Hund Pflicht.
Wie lange nach der Impfung ist mein Welpe geschützt?▼
Ein vollständiger Impfschutz besteht erst zwei Wochen nach der dritten Impfung in der 16. Lebenswoche. Vorher sollte der Welpe keinen Kontakt zu fremden Hunden oder öffentlichen Hundewiesen haben. Trotzdem ist frühe Sozialisierung wichtig – wähle kontrollierte Umgebungen mit gesunden, geimpften Hunden.
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