
Deutsche Dogge
Herkunft: Deutschland
Der sanfte Gigant unter den Hunderassen - elegant, anhänglich und überraschend gelassen.
Steckbrief
Größe
Sehr groß
72-86 cm
Gewicht
50-90 kg
Lebenserwartung
7-10 Jahre
Aktivitätslevel
ModeratFamilienfreundlichkeit
Sehr gut geeignetFelltyp
Kurzhaar
Haarung
MittelDeutsche Dogge: Der sanfte Gigant mit königlicher Ausstrahlung
Die Deutsche Dogge ist eine der größten Hunderassen der Welt und beeindruckt auf den ersten Blick durch ihre schiere Körpergröße. Doch wer eine Deutsche Dogge kennenlernt, merkt schnell: Hinter dem imposanten Äußeren verbirgt sich ein überraschend sanfter, anhänglicher und gelassener Hund. Nicht umsonst wird sie im Englischen als "Gentle Giant" - sanfter Riese - bezeichnet.
In diesem umfassenden Rasseportrait erfährst du alles über die Deutsche Dogge - von ihrer beeindruckenden Statur über das ruhige Temperament und die Fellpflege bis hin zu Gesundheitsaspekten und den speziellen Bedürfnissen, die diese außergewöhnliche Rasse mitbringt.
Größe und Erscheinungsbild: Die Königin unter den Hunderassen
Die Deutsche Dogge gehört zu den größten Hunderassen weltweit. Ihre elegante, sportliche Silhouette unterscheidet sie deutlich von anderen Riesenrassen wie dem Bernhardiner oder der Englischen Bulldogge.
Rüden
- Schulterhöhe: 80-86 cm (teilweise über 90 cm)
- Gewicht: 54-90 kg
- Besonderheit: Kraftvoller, harmonischer Körperbau mit stolzer Haltung
Hündinnen
- Schulterhöhe: 72-80 cm
- Gewicht: 45-59 kg
- Besonderheit: Etwas zierlicher und leichter, aber ebenso elegant
Erscheinungsbild
Die Deutsche Dogge besticht durch ihren edlen, sportlichen Körperbau. Im Gegensatz zu vielen anderen großen Rassen wirkt sie nicht massig, sondern schlank und athletisch. Ihr markanter Kopf mit dem geraden Nasenrücken und den ausdrucksstarken, dunklen Augen verleiht ihr eine würdevolle Ausstrahlung. Die Ohren sind mittelgroß und hängend - das Kupieren der Ohren ist in Deutschland seit 1987 verboten.
Die Deutsche Dogge kommt in verschiedenen Farbschlägen vor:
- Gelb: Goldgelb bis tief goldgelb mit schwarzer Maske
- Gestromt: Goldgelbe Grundfarbe mit schwarzen, regelmäßigen Stromungen
- Schwarz: Lackschwarz, auch mit weißen Abzeichen (Mantel-Doggen)
- Blau: Stahlblau, von hell bis dunkel
- Gefleckt (Harlequin): Reinweiße Grundfarbe mit unregelmäßigen, lackschwarzen Flecken
- Grautiger: Graue Grundfarbe mit schwarzen Flecken
Gut zu wissen: Die Deutsche Dogge wächst extrem schnell - Welpen nehmen in den ersten Monaten bis zu 1 kg pro Woche zu. Die volle Größe erreicht sie mit etwa 18-24 Monaten, die körperliche Reife erst mit ca. 2-3 Jahren.

Temperament und Wesen: Sanftmut in Übergröße
Das Wesen der Deutschen Dogge ist ihr größter Trumpf. Trotz ihrer imposanten Erscheinung zeichnet sie sich durch ein bemerkenswertes Temperament aus:
- Sanftmütig und freundlich: Die Deutsche Dogge ist ein ausgesprochen liebevoller Hund, der engen Kontakt zu seinen Menschen sucht
- Gelassen und ruhig: Hektik und Nervosität sind ihr fremd - sie strahlt eine beeindruckende Ruhe aus
- Anhänglich und verschmust: Viele Besitzer berichten, dass ihre Dogge sich am liebsten auf den Schoß setzen würde - trotz 80 kg Lebendgewicht
- Freundlich gegenüber Fremden: Im Gegensatz zu vielen anderen Wachhund-Rassen begrüßt die Dogge Besucher in der Regel freundlich
- Wachsam, aber nicht aggressiv: Sie meldet ungewöhnliche Vorkommnisse, zeigt aber keine grundlose Aggression
- Sensibel: Die Deutsche Dogge ist feinfühlig und reagiert stark auf die Stimmung ihrer Bezugspersonen
Ein faszinierender Aspekt: Die Deutsche Dogge scheint sich ihrer Größe oft nicht bewusst zu sein. Sie lehnt sich gerne an ihre Menschen an, versucht auf den Schoß zu klettern und liebt ausgiebige Kuscheleinheiten. Diese Mischung aus imposanter Größe und liebevollem Wesen macht die Rasse so besonders.
Geschichtlicher Hintergrund
Die Deutsche Dogge hat eine lange und beeindruckende Geschichte. Ihre Vorfahren wurden bereits im Mittelalter als Jagd- und Schutzhunde an europäischen Fürstenhöfen gehalten. Sie jagten Wildschweine, Bären und Hirsche. Im 19. Jahrhundert wurde die Rasse in Deutschland gezielt weitergezüchtet und erhielt 1878 ihren offiziellen Namen. Reichskanzler Otto von Bismarck war ein großer Bewunderer der Rasse und hielt stets Deutsche Doggen an seiner Seite. Seit 1876 ist die Deutsche Dogge die offizielle Staatsrasse Deutschlands.
Aktivitätslevel: Überraschend gemütlich
Bewegungsbedarf
Die Deutsche Dogge hat ein mittleres Aktivitätslevel, das viele Interessenten überrascht. Man würde bei einem so großen Hund einen enormen Bewegungsdrang erwarten, doch die Dogge ist erstaunlich gelassen:
- Täglicher Auslauf: 2 moderate Spaziergänge von jeweils 30-45 Minuten
- Tempo: Entspanntes Lauftempo - die Dogge genießt es, neben ihrem Menschen herzutraben
- Geistige Beschäftigung: Suchspiele und leichte Nasenarbeit - 10-15 Minuten täglich reichen aus
- Freies Laufen: Regelmäßiger Freilauf auf eingezäunten Flächen, damit sie sich bewegen kann
- Hitzeempfindlichkeit: Bei hohen Temperaturen Spaziergänge in die kühleren Tageszeiten verlegen
Geeignete Aktivitäten
Die Deutsche Dogge ist kein Ausdauersportler, genießt aber durchaus bestimmte Aktivitäten:
- Gemütliche Spaziergänge: Ihr absoluter Favorit - gemeinsames Flanieren durch Park und Natur
- Leichte Wanderungen: Moderate Strecken auf ebenem bis leicht hügeligem Gelände
- Fährtenarbeit: Ihre gute Nase lässt sich spielerisch einsetzen
- Schwimmen: Viele Doggen genießen Wasser, besonders an warmen Tagen
- Coursing (Freizeitvariante): Dem Spieltrieb nachgeben und einem Dummy hinterherlaufen
- Trick-Training: Ihr aufgeweckter Geist freut sich über kleine Denksportaufgaben
Wichtig: Übermäßige Belastung, besonders in der Wachstumsphase (bis 18-24 Monate), kann zu schweren Gelenkschäden führen. Treppensteigen, Springen aus dem Auto und intensive Laufeinheiten sind für junge Doggen tabu. Auch erwachsene Doggen sollten nicht als Jogging- oder Fahrradbegleiter eingesetzt werden.

Familienfreundlichkeit: Ein Herz so groß wie der Hund selbst
Die Deutsche Dogge gilt als einer der familienfreundlichsten Hunde überhaupt - ihre Familienfreundlichkeit wird von Experten als "sehr gut" bewertet.
Kinder und Deutsche Dogge
- Außergewöhnlich geduldig: Toleriert auch ungeschicktes Verhalten von Kindern mit bewundernswerter Gelassenheit
- Beschützerinstinkt: Wacht liebevoll über die Kinder der Familie, ohne dabei übertrieben zu reagieren
- Spielkamerad: Genießt ruhige Spieleinheiten, besonders mit älteren Kindern
- Vorsicht bei Kleinkindern: Durch ihre enorme Größe und den langen Schwanz können Kleinkinder unbeabsichtigt umgestoßen werden - Aufsicht ist bei kleinen Kindern immer ratsam
Zusammenleben mit anderen Haustieren
- Gut verträglich: Kommt bei guter Sozialisierung hervorragend mit anderen Hunden aus
- Katzenfreundlich: Bei richtiger Gewöhnung lebt sie friedlich mit Katzen zusammen
- Geringer Jagdtrieb: Im Vergleich zu Jagdhunden zeigt die Dogge wenig Jagdinstinkt
Für wen ist die Deutsche Dogge besonders geeignet?
- Familien mit älteren Kindern: Die ihre Größe respektieren und sanft mit ihr umgehen
- Ruhige Haushalte: Die ihre gelassene Art zu schätzen wissen
- Menschen mit viel Platz: Haus mit Garten ist ideal, eine geräumige Erdgeschosswohnung kann funktionieren
- Hundeerfahrene Besitzer: Die einen großen, sensiblen Hund führen können
- Hundeliebhaber mit viel Präsenz: Die viel Zeit zu Hause verbringen
Weniger geeignet für
- Sportbegeisterte: Die einen ausdauernden Trainingspartner suchen
- Kleine Wohnungen: Der Platzbedarf ist erheblich
- Menschen mit wenig Zeit: Die Dogge braucht viel menschliche Nähe
- Knappe Budgets: Die Haltungskosten sind überdurchschnittlich hoch
Felltyp und Fellpflege: Pflegeleicht und elegant
Der Felltyp
Die Deutsche Dogge hat ein kurzes, dichtes und glänzendes Fell - einer der Vorteile dieser Rasse für pflegebewusste Halter:
- Fellstruktur: Kurzes, glattes Deckhaar, das eng am Körper anliegt
- Unterwolle: Nur minimal vorhanden
- Haarung: Mäßig, aber ganzjährig - im Frühjahr und Herbst etwas stärker
- Glanz: Bei guter Ernährung glänzt das Fell seidig und gesund
Fellpflege-Routine
Die Fellpflege ist bei der Deutschen Dogge vergleichsweise unkompliziert:
1-2 Mal pro Woche (10-15 Minuten)
- Gründliches Bürsten mit einem Gumminoppenhandschuh oder einer weichen Bürste
- Lose Haare entfernen und die Durchblutung der Haut anregen
- Bei Bedarf mit einem feuchten Tuch über das Fell wischen, um Staub und Schmutz zu entfernen
Während des Fellwechsels (Frühjahr und Herbst)
- Tägliches Bürsten hilft, die losen Haare einzufangen
- Ein Gummistriegel ist in dieser Phase besonders effektiv
- Die Haarung ist deutlich geringer als bei langhaarigen oder doppelfelligen Rassen
Alle 6-8 Wochen oder bei Bedarf
- Baden mit mildem Hundeshampoo - Doggen werden seltener gebadet als viele andere Rassen
- Die Hautfalten im Gesicht kontrollieren und bei Bedarf reinigen
- Ohren kontrollieren und sanft reinigen
Regelmäßig
- Krallen kürzen: Alle 2-4 Wochen, da Doggen trotz ihrer Größe die Krallen oft nicht ausreichend ablaufen
- Zähne pflegen: Regelmäßiges Zähneputzen oder Kauartikel zur Zahnpflege
- Lefzen reinigen: Einige Doggen neigen zum Sabbern, besonders nach dem Trinken und Fressen
Tipp: Gewöhne deine Deutsche Dogge bereits als Welpen an sämtliche Pflegemaßnahmen. Ein kooperativer Riesenhund macht die Pflege deutlich angenehmer als ein Hund, der bei jeder Berührung ausweichen will.
Trainierbarkeit: Intelligent und kooperativ
Die Besonderheiten beim Training
Die Deutsche Dogge ist intelligent und grundsätzlich lernwillig, aber auf ihre eigene, gelassene Art:
- Gute Auffassungsgabe: Sie versteht neue Kommandos relativ schnell
- Will-to-please: Möchte ihrem Menschen gefallen und arbeitet gerne mit ihm zusammen
- Sensibel: Reagiert sehr empfindlich auf den Tonfall und die Stimmung des Halters
- Manchmal eigensinnig: Hat durchaus einen eigenen Kopf, besonders in der Pubertät
- Gutes Gedächtnis: Einmal gelerntes Verhalten sitzt zuverlässig
Trainingstipps für die Deutsche Dogge
- Früh beginnen: Die Erziehung muss im Welpenalter starten - ein unerzogener, 80 kg schwerer Hund ist nicht mehr zu bändigen
- Positive Verstärkung: Die sensible Dogge reagiert hervorragend auf Lob, Leckerlis und Zuwendung
- Keine Härte: Strenge Maßnahmen und lautes Schimpfen verunsichern die Dogge zutiefst und zerstören das Vertrauensverhältnis
- Kurze Trainingseinheiten: 5-10 Minuten konzentriertes Üben sind effektiver als lange Sessions
- Leinenführigkeit priorisieren: Bei einem Hund dieser Größe ist souveränes Leinenlaufen absolut essenziell
- Sozialisierung intensiv: Bereits als Welpe viele verschiedene Menschen, Hunde, Orte und Situationen kennenlernen lassen
- Grundgehorsam festigen: Sitz, Platz, Bleib und zuverlässiger Rückruf sind bei einer Dogge unverzichtbar
- Konsequenz mit Geduld: Klare Regeln durchsetzen, aber dabei immer ruhig und geduldig bleiben
Häufige Herausforderungen
- Leinenziehen: In der Jugendphase eine echte Herausforderung - ein 50 kg schwerer Junghund, der zieht, ist kaum zu halten
- Anspringen: Die Dogge begrüßt Menschen gerne überschwänglich - bei ihrer Größe kann das gefährlich werden
- Pubertät: Zwischen 8 und 18 Monaten kann die Dogge besonders eigenwillig und testend sein
- Trennungsangst: Viele Doggen entwickeln starke Trennungsängste und müssen das Alleinsein schrittweise lernen
- Ressourcenbewachung: Manche Doggen neigen dazu, Futter oder Spielzeug zu verteidigen - frühes Training beugt vor
Empfehlung: Eine Hundeschule mit Erfahrung in großen Rassen ist für Doggen-Besitzer sehr empfehlenswert. Die Sozialisierung in einer Welpengruppe ist für die Deutsche Dogge besonders wichtig.

Gesundheitsaspekte: Worauf du achten solltest
Lebenserwartung
Die Lebenserwartung der Deutschen Dogge liegt bei 7-10 Jahren, wobei viele Doggen leider nur 7-8 Jahre alt werden. Sehr große Hunderassen haben generell eine kürzere Lebenserwartung als kleinere Rassen.
Rassetypische Erkrankungen
Wie bei vielen Riesenrassen gibt es einige gesundheitliche Risiken, über die du Bescheid wissen solltest:
Häufig
- Magendrehung (Torsio ventriculi): Der gefürchtetste Notfall bei der Deutschen Dogge - der tiefe Brustkorb begünstigt diese lebensbedrohliche Erkrankung, bei der sich der Magen um die eigene Achse dreht
- Hüftgelenksdysplasie (HD): Fehlentwicklung der Hüftgelenke, die zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt
- Dilatative Kardiomyopathie (DCM): Herzmuskelerkrankung, bei der sich das Herz vergrößert und die Pumpfunktion nachlässt - eine der häufigsten Todesursachen bei Doggen
- Osteosarkom (Knochenkrebs): Tritt bei Riesenrassen überdurchschnittlich häufig auf, besonders an den langen Röhrenknochen
Gelegentlich
- Wobbler-Syndrom: Kompression des Rückenmarks im Halsbereich, verursacht Koordinationsprobleme und Gangstörungen
- Spondylose: Verknöcherung der Wirbelzwischenräume, besonders im Alter
- Hypothyreose: Schilddrüsenunterfunktion mit Symptomen wie Gewichtszunahme, Fellverlust und Lethargie
- Entropium/Ektropium: Fehlstellung der Augenlider, die zu chronischen Augenreizungen führen kann
- HOD (Hypertrophe Osteodystrophie): Wachstumsstörung der Knochen bei Junghunden
Gesundheitsvorsorge
- Seriöser Züchter: Nur bei Züchtern kaufen, die HD-Röntgenbefunde, Herzultraschall-Ergebnisse und Schilddrüsenwerte der Elterntiere vorweisen können
- Regelmäßige Tierarztbesuche: Mindestens zweimal jährlich zur Vorsorge
- Herzuntersuchung: Jährlicher kardiologischer Ultraschall ist bei Doggen dringend empfohlen
- Gewichtskontrolle: Übergewicht belastet Herz und Gelenke enorm - die Dogge sollte immer schlank gehalten werden
- Magendrehung vorbeugen: Mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen, nach dem Fressen mindestens eine Stunde Ruhe einhalten, kein Toben nach dem Fressen
- Gastropexie: Eine vorbeugende operative Fixierung des Magens wird von vielen Tierärzten empfohlen und kann bei der Kastration gleich mitgemacht werden
- Wachstum kontrollieren: Welpen dürfen nicht zu schnell wachsen - kontrolliertes Wachstum durch angepasste Fütterung ist entscheidend
Tierarztkosten
Die Tierarztkosten für eine Deutsche Dogge sind deutlich überdurchschnittlich. Höhere Medikamentendosen, spezialisierte Diagnostik und die Anfälligkeit für bestimmte Erkrankungen treiben die Kosten in die Höhe. Eine gute Hundekrankenversicherung ist für Doggen-Besitzer nahezu unverzichtbar.
Spezifische Bedürfnisse: Das braucht deine Deutsche Dogge
Ernährung
- Hochwertiges Futter: Speziell für große bis sehr große Rassen formuliert, mit angepasstem Protein- und Kalziumgehalt
- Futtermenge: 500-800 g Trockenfutter pro Tag (je nach Gewicht und Aktivität), aufgeteilt auf 2-3 Mahlzeiten
- Wachstumsphase: Kontrolliertes Wachstum ist bei der Dogge lebenswichtig - der Welpe darf auf keinen Fall zu schnell wachsen
- Kalzium-Phosphor-Verhältnis: Muss exakt stimmen, besonders im Wachstum - ausschließlich Welpenfutter für große Rassen verwenden
- Keine Selbstbedienung: Futter niemals frei zugänglich stehen lassen - strikt bemessene Mahlzeiten beugen Magendrehung und Übergewicht vor
- Erhöhter Futternapf: Umstritten - aktuelle Studien deuten darauf hin, dass ein erhöhter Napf das Risiko einer Magendrehung nicht senkt, sondern möglicherweise erhöht
Platzbedarf
Die Deutsche Dogge braucht großzügige Platzverhältnisse:
- Haus mit Garten: Die ideale Wohnsituation - ein eingezäunter Garten bietet Auslauf und Rückzugsmöglichkeit
- Erdgeschosswohnung: Kann funktionieren, wenn sie geräumig genug ist und ein Garten oder Park in der Nähe liegt
- Kein Treppensteigen: Besonders im Wachstum und im Alter ist Treppensteigen Gift für die Gelenke - eine ebenerdige Wohnsituation ist optimal
- Großes Hundebett: Rechne mit einer Liegefläche von mindestens 120 x 80 cm, besser 140 x 100 cm
- Ausreichend Wendeplatz: Die Dogge braucht Raum, um sich bewegen und drehen zu können, ohne ständig gegen Möbel zu stoßen
- Auto: Ein Kombi oder Van ist für den Transport einer Dogge nahezu notwendig
Hitze- und Kälteempfindlichkeit
- Hitze: Durch die große Körpermasse und das kurze Fell kann die Dogge Hitze nur mäßig gut regulieren - im Sommer Spaziergänge in die kühlen Tageszeiten verlegen
- Kälte: Das kurze Fell bietet wenig Kälteschutz - bei Frost und nasskaltem Wetter einen Hundemantel in Betracht ziehen
- Zugluft: Doggen sind empfindlich gegenüber Zugluft und kalten Böden - ein isoliertes, weiches Hundebett ist wichtig
Soziale Bedürfnisse
- Familienanschluss: Die Deutsche Dogge braucht engen Kontakt zu ihren Menschen und leidet in Einzelhaltung oder isoliert im Garten
- Nicht gerne allein: Sollte nicht länger als 4-5 Stunden allein bleiben - Trennungsangst ist ein häufiges Problem
- Körperkontakt: Liebt es, nah bei ihren Menschen zu liegen und Körperkontakt zu haben
- Ruhephasen: Braucht viel Schlaf (bis zu 16-18 Stunden täglich) und sollte in ihren Ruhephasen respektiert werden
- Sozialkontakte: Regelmäßiger, ruhiger Kontakt zu anderen Hunden ist wichtig für ihr Wohlbefinden
Kosten im Überblick
Die Haltung einer Deutschen Dogge ist kostenintensiv - unterschätze die finanziellen Anforderungen nicht:
- Anschaffung (seriöser Züchter): 1.200-2.500 Euro
- Futter: 100-180 Euro/Monat
- Tierarzt (Vorsorge): 400-800 Euro/Jahr
- Hundekrankenversicherung: 50-100 Euro/Monat (dringend empfohlen)
- Erstausstattung (Leine, Bett, Näpfe, Transportbox in XXL): 400-700 Euro
- Hundesteuer: Je nach Gemeinde 50-200 Euro/Jahr
- Hundehaftpflicht: 50-80 Euro/Jahr (Pflicht in vielen Bundesländern)
Deutsche Dogge aus dem Tierschutz
Auch im Tierschutz suchen Deutsche Doggen und Doggen-Mischlinge ein neues Zuhause. Häufig werden sie abgegeben, weil die Halter die Größe, die Kosten oder den Zeitaufwand unterschätzt haben. Wer offen für eine erwachsene Dogge ist, findet über Rassevereine und Tierschutzorganisationen treue Begleiter. Die Vermittlung erfolgt in der Regel gegen eine Schutzgebühr von 250-400 Euro.
Tipp: Der Deutsche Doggen Club 1888 e.V. und verschiedene Doggen-Nothilfe-Organisationen vermitteln Doggen, die ein neues, liebevolles Zuhause suchen. Eine erwachsene Dogge aus dem Tierschutz hat den Vorteil, dass Charakter und Gesundheitszustand bereits einschätzbar sind.
Fazit: Ist die Deutsche Dogge der richtige Hund für dich?
Die Deutsche Dogge ist ein außergewöhnlicher Hund - elegant, sanftmütig und mit einem Herz aus Gold. Ihr ruhiges, liebevolles Wesen macht sie zu einem der besten Familienhunde unter den Riesenrassen, vorausgesetzt, du kannst ihr die Rahmenbedingungen bieten, die sie braucht.
Die Deutsche Dogge passt zu dir, wenn du:
- Ein Haus mit Garten oder eine geräumige Erdgeschosswohnung hast
- Einen ruhigen, anhänglichen Hund suchst, der am liebsten in deiner Nähe ist
- Bereit bist, dich mit den gesundheitlichen Besonderheiten der Rasse auseinanderzusetzen
- Geduld und liebevolle Konsequenz für die Erziehung eines sensiblen Riesen mitbringst
- Die finanziellen Mittel für höhere Haltungskosten aufbringen kannst
Die Deutsche Dogge passt weniger zu dir, wenn du:
- In einer kleinen Wohnung ohne Aufzug lebst
- Einen sportlichen Begleithund für Ausdauersport suchst
- Häufig den ganzen Tag außer Haus bist und der Hund lange allein wäre
- Die Kosten für Futter, Tierarzt und Versicherung scheust
- Einen pflegeleichten Hund mit wenig Ansprüchen suchst
Eines steht fest: Wer sich bewusst für eine Deutsche Dogge entscheidet und auf ihre Bedürfnisse eingeht, gewinnt einen einzigartigen Begleiter. Ihr sanftes Wesen, ihre tiefe Anhänglichkeit und ihre majestätische Erscheinung machen jeden Tag mit einer Dogge zu etwas Besonderem. Der sanfte Gigant unter den Hunderassen verdient es, mit Liebe, Respekt und Sachverstand gehalten zu werden - und wird es dir mit bedingungsloser Treue danken.
Ähnliche Rassen

Leonberger
ModeratMajestätischer, sanftmütiger Familienhund mit Löwenmähne und ausgeprägter Wasserliebe.

Boxer
AktivTemperamentvoller, verspielter Familienhund mit muskulösem Körperbau und treuer Seele.

Dobermann
Sehr aktivEleganter, intelligenter Gebrauchshund mit athletischem Körperbau und außergewöhnlicher Loyalität.

Rottweiler
AktivKräftiger, loyaler Wach- und Schutzhund mit ruhigem Wesen und starkem Charakter.
Mehr Ratgeber für dich
Alles, was du für ein glückliches Hundeleben mit Deutsche Dogge wissen musst.
