Welpenernährung: Richtig füttern von Anfang an
Die richtige Ernährung in den ersten Lebensmonaten legt das Fundament für die Gesundheit deines Hundes – ein Leben lang. Welpen haben andere Nährstoffbedürfnisse als erwachsene Hunde: Sie wachsen rasant, brauchen mehr Protein, Kalzium und Phosphor, aber auch nicht zu viel davon. Hier erfährst du alles über Welpenfutter, Futtermengen und typische Ernährungsfehler.

Inhaltsverzeichnis
Warum spezielles Welpenfutter?
Welpen haben einen deutlich höheren Energiebedarf als ausgewachsene Hunde – etwa das Doppelte pro Kilogramm Körpergewicht. Gleichzeitig müssen Nährstoffe wie Kalzium, Phosphor und Protein in einem präzisen Verhältnis stehen, damit Knochen, Gelenke und Muskeln gesund wachsen. Zu viel Kalzium kann bei großen Rassen zu Wachstumsstörungen führen (OCD, Panostitis), zu wenig zu Rachitis. Hochwertiges Welpenfutter ist auf diese besonderen Bedürfnisse abgestimmt. Es gibt spezielle Varianten für kleine Rassen (kleinere Kroketten, höherer Energiegehalt) und große Rassen (moderater Energiegehalt, angepasstes Kalzium-Phosphor-Verhältnis, um zu schnelles Wachstum zu vermeiden).
Trocken-, Nass- oder Rohfutter (BARF)?
Alle drei Futterarten können für Welpen geeignet sein – wenn die Qualität stimmt. Hochwertiges Trockenfutter ist praktisch, lagerfähig und gut portionierbar. Achte auf einen hohen Fleischanteil (mindestens 60 Prozent), keine Zucker- oder Getreidezusätze und die Deklaration als Alleinfuttermittel. Nassfutter hat einen höheren Feuchtigkeitsgehalt und wird von vielen Welpen bevorzugt. Es eignet sich besonders gut in der Umstellungsphase. BARF (biologisch artgerechtes rohes Futter) für Welpen erfordert fundiertes Wissen über Nährstoffbedarfe und ist für Anfänger nicht empfehlenswert, da Fehler im Wachstum schwere Folgen haben können. Wenn du barfen möchtest, lass dir von einem zertifizierten Tierernährungsberater einen Futterplan erstellen.
Wie viel und wie oft füttern?
Die Futtermenge richtet sich nach Alter, Rasse und Aktivitätslevel. Orientiere dich an den Herstellerangaben und passe an: Wenn du die Rippen leicht fühlen, aber nicht sehen kannst, ist das Gewicht ideal. Fütterungsfrequenz: 8 bis 12 Wochen: 4 Mahlzeiten pro Tag. 3 bis 6 Monate: 3 Mahlzeiten pro Tag. Ab 6 Monaten: 2 Mahlzeiten pro Tag (das bleibt auch im Erwachsenenalter so). Feste Fütterungszeiten helfen bei der Stubenreinheit, weil du besser vorhersagen kannst, wann der Welpe sich lösen muss. Stelle den Napf hin, lass dem Welpen 15 bis 20 Minuten Zeit und nimm den Rest weg. So lernt er, seine Mahlzeit zügig zu fressen.
Futterumstellung: Vom Züchter nach Hause
Dein Welpe hat beim Züchter ein bestimmtes Futter bekommen. Frag nach und besorge davon einen Vorrat. In den ersten Tagen im neuen Zuhause sollte der Welpe weiterhin das gewohnte Futter bekommen – der Umzugsstress ist schon genug Veränderung. Wenn du auf ein anderes Futter umstellen möchtest, tue das schrittweise über 7 bis 10 Tage: Tag 1 bis 3: 75 Prozent altes, 25 Prozent neues Futter. Tag 4 bis 6: 50/50. Tag 7 bis 9: 25 Prozent altes, 75 Prozent neues Futter. Ab Tag 10: 100 Prozent neues Futter. So vermeidest du Durchfall und Magenprobleme.
Leckerlis und Kauartikel für Welpen
Leckerlis gehören zum Training dazu, sollten aber maximal 10 Prozent der Tagesration ausmachen. Gut geeignet für Welpen: kleine Stücke gekochtes Hühnchen, Käsewürfel, Hundeleberwurst aus der Tube oder spezielle Welpenleckerlis. Kauartikel stillen den Kautrieb (besonders beim Zahnwechsel) und beschäftigen: Kalbsohren, getrockneter Pansen, Kauwurzeln aus Olivenholz oder Kaffeeholz und gefüllte Kongs (mit Hüttenkäse, Banane oder Leberwurst eingefroren). Vermeide Schweineohrmuscheln (oft mit Salmonellen belastet), zu harte Knochen (Zahnbruch) und Kauknochen aus Rohhaut (Verschluckungsgefahr).
Giftige Lebensmittel für Welpen und Hunde
Folgende Lebensmittel sind für Hunde giftig und für Welpen besonders gefährlich, da schon kleine Mengen schwere Vergiftungen auslösen können: Schokolade (Theobromin), Weintrauben und Rosinen (Nierenversagen), Zwiebeln und Knoblauch (Anämie), Xylit/Birkenzucker (Unterzuckerung, Leberversagen), Macadamianüsse, Avocado, roher Teig (Hefegärung im Magen) und Alkohol. Auch Koffein ist giftig. Wenn dein Welpe etwas Giftiges gefressen hat, rufe sofort den Tierarzt oder die Giftzentrale an. Löse NICHT selbst Erbrechen aus, da das bei manchen Substanzen die Situation verschlimmert. Halte die Verpackung oder Pflanzenreste bereit, damit der Tierarzt die Substanz identifizieren kann.
Praxis-Tipps: Welpenernährung: Richtig füttern von Anfang an
- ✓Füttere die ersten Tage das gewohnte Futter vom Züchter
- ✓Stelle langsam um – über 7 bis 10 Tage schrittweise mischen
- ✓Feste Fütterungszeiten helfen bei der Stubenreinheit
- ✓Leckerlis maximal 10 Prozent der Tagesration – vom Futter abziehen
- ✓Kein BARF ohne professionellen Futterplan vom Ernährungsberater
- ✓Gewicht regelmäßig kontrollieren: Rippen fühlen, aber nicht sehen
- ✓Immer frisches Wasser bereitstellen – Welpen trinken viel
- ✓Liste giftiger Lebensmittel gut sichtbar in der Küche aufhängen
Häufige Fragen zu Welpenernährung: Richtig füttern von Anfang an
Welches Welpenfutter ist das beste?▼
Ein gutes Welpenfutter hat mindestens 60 Prozent Fleischanteil, ist als Alleinfuttermittel deklariert, enthält kein Zucker und keine künstlichen Farb- oder Konservierungsstoffe. Für große Rassen ist ein moderater Energiegehalt wichtig, um zu schnelles Wachstum zu vermeiden. Marken wie Wolfsblut, Orijen, Acana oder Terra Canis bieten hochwertige Welpenfutter an. Frag auch deinen Tierarzt um Rat.
Wie oft muss ich einen Welpen füttern?▼
Bis 12 Wochen 4-mal täglich, von 3 bis 6 Monaten 3-mal täglich, ab 6 Monaten 2-mal täglich. Feste Zeiten (z.B. 7 Uhr, 12 Uhr, 17 Uhr) helfen dem Welpen und machen die Stubenreinheit leichter, weil du weißt, wann er raus muss.
Darf mein Welpe Milch trinken?▼
Kuhmilch ist nicht empfehlenswert, da viele Hunde laktoseintolerant sind und Durchfall bekommen. Spezielle Welpenmilch oder laktosefreie Milch in kleinen Mengen ist als Leckerli okay, aber kein Ersatz für Wasser oder Futter. Ab dem Absetzen von der Mutter (ab der 4. bis 5. Woche) brauchen Welpen keine Milch mehr.
Ab wann kann ich auf Erwachsenenfutter umstellen?▼
Kleine Rassen (unter 10 kg) sind mit 9 bis 12 Monaten ausgewachsen, mittelgroße Rassen mit 12 bis 15 Monaten und große Rassen erst mit 18 bis 24 Monaten. Stelle auf Erwachsenenfutter um, wenn dein Hund sein Endgewicht nahezu erreicht hat. Die Umstellung erfolgt wieder schrittweise über 7 bis 10 Tage.
Mehr zu diesem Thema
Welpenentwicklung: Phasen von Geburt bis Junghund
Entwicklungsphasen, Prägung, Sozialisierung und Meilensteine von Woche 1 bis 52.
Welpengesundheit: Impfungen, Vorsorge & Zahnwechsel
Impfplan, Entwurmung, Zahnwechsel, Chippen und die wichtigsten Vorsorge-Maßnahmen.
Welpen-Erstausstattung: Was du wirklich brauchst
Komplette Checkliste für die Erstausstattung: Schlafplatz, Futter, Leine und mehr.
Auch aus anderen Ratgebern
Urlaub mit Hund in Deutschland: Die besten Reiseziele
Ostsee, Nordsee, Bayern, Harz und mehr: Die hundefreundlichsten Urlaubsregionen in Deutschland.
Ausflüge & Reisen mit Hund
Hundestrand, Hundewanderungen, hundefreundliche Ausflugsziele und Camping – Inspiration für unvergessliche Tage.
Verhaltensprobleme lösen
Bellen, Ziehen, Anspringen oder Angst? Die meisten Probleme haben eine lösbare Ursache.
